Zur Entwicklung der Grundsteuer in Linsengericht äußert sich VORSPRUNG-Leser Erwin Stanzel in diesem Leserbrief.
"Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Nach den dramatischen Erhöhungen der Abwasser- und Müllgebühren sowie dem Beschluss von Straßenausbaubeiträgen, die in fast allen anderen Städten und Gemeinden bereits abgeschafft wurden, soll nun auch die Grundsteuer steigen. Anstatt den vom Land Hessen vorgeschlagenen Hebesatz von 406 bzw. 416 v. H. zu übernehmen, ist eine Erhöhung um etwa 40 % auf einen bislang unvorstellbaren Hebesatz von 600 v. H. geplant.
Nicht zuletzt durch das jahrelange Aufblähen der Verwaltung geriet man in eine klassische Schuldenfalle, die nun zum Kollaps führte, als man allen Warnungen zum Trotz mit großer Mehrheit einen prestigeträchtigen Rathausanbau für kalkulierte 8,8 Millionen Euro beschloss, anstatt Vorschläge mit kostengünstigen Alternativen anzunehmen und umzusetzen. 'Das Geld fehlt zum Atmen', heißt es jetzt aus dem Rathaus.
Seit Jahren beschuldigt der Bürgermeister den Bund und das Land Hessen, die Kommunen im Stich zu lassen. Ihm war also vor dem Initiieren des Rathausprojekts bekannt, dass hier das Geld nicht gerade im Überfluss vorhanden ist. Außerdem gilt es zu bedenken, dass auch die Gelder von Bund und Land letztlich aus den Taschen der Steuerzahler kommen!
Statt gegenzusteuern, baut der Bürgermeister bereits vor und will noch mehr Personal einstellen, um anstehende Aufgaben – welche das auch immer sein mögen – zu bewältigen. Da erscheint es nur logisch, dass die Bevölkerung schon jetzt auf einen Hebesatz von bis zu 900 % vorbereitet wird. Ob Linsengericht jemals wieder aus dem Schuldendilemma herauskommt, hängt von der Lernfähigkeit unserer gewählten Politiker beziehungsweise von der Wirtschaftskompetenz neuer Mandatsträger ab."
Erwin Stanzel
Linsengericht
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