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"Es ist Weihnachtszeit und passend dazu hat uns unser Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri (SPD) ein politisches Geschenk gemacht: Das Verbot von Tracking-Devices in Hanauer Kitas. Smartwatches und weitere Geräte werden künftig verboten. Er hat damit vom Hausrecht der Stadt Gebrauch gemacht und das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch wichtig.

Eine Befragung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale NRW zeigte, dass sich 46 Prozent der Eltern mit Kindern im Alter von 3 bis 14 Jahren eine Ortung ihrer Kinder vorstellen können. Glücklicherweise tut die große Mehrheit der Eltern dies nicht, aber allein der Gedanke daran ist für mich erschreckend. Nicht nur, dass die Ortung von Kindern in Obhut des kompetenten, ausgebildeten Fachpersonals in den Kitas nicht nötig ist, es stellt auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar: Menschen, die das nötige „Know-how“ haben und es darauf anlegen, können die Signale beispielsweise einer Smartwatch abfangen und da frage ich mich: Wollen Eltern, dass fremde Menschen den Standort eines Kindes sehen können? Oder im schlimmsten Falle manipulieren können. Was dann passieren kann, können Sie sich wahrscheinlich hinter diesem Hintergrund gut vorstellen.

Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen und ihrem Alter entsprechend selbstständig werden. Auch selbstständig gegenüber ihren Eltern. Die Ortung ist meiner Meinung nach ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Kindes, vor allem, wenn das Kind nicht weiß oder nicht versteht, dass es getrackt wird. Ständige Kontrolle durch die Eltern ist nachgewiesenermaßen schädlich für die Entwicklung von Kindern.

Daher handelt Bürgermeister Bieri aktuell richtig. Er ist der zuständige Dezernent und hat jedes Recht, dieses Verbot auszusprechen. Wir sollten unseren Erzieherinnen und Erziehern das nötige Vertrauen schenken, das sie für ihre Arbeit brauchen. Sie haben es gelernt, auf Kinder aufzupassen und sie pädagogisch zu fördern. Während dieses Prozesses braucht es keinerlei Ortung durch die Eltern."

Max Tischberger
Hanau

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