Kann sich Freigericht das Hallenbad „Platsch“ noch leisten?

Leserbriefe

Gemeindevorstandsmitglied Anne Blobner äußert sich zur Zukunft des Hallenbades "Platsch" in der Gemeinde Freigericht.

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"In den letzten Tagen hat man in der heimischen Presse einen Artikel über den weiteren Baufortschritt des Hallenbades in Freigericht gelesen. Für mich als Gemeindevorstandsmitglied eigentlich nichts Neues, aber der Bürger sollte schon einmal wissen, welch hohen Preis er für die Instandsetzung und Unterhaltung des Hallenbades „Platsch“, egal ob er es nutzt oder nicht, zahlt. Die Sanierung des Hallenbades kostet nach ersten Schätzungen drei Millionen Euro. Doch schon wird gemunkelt, dass dieser Betrag nicht ausreicht. Das derzeitige Finanzierungskonzept sieht folgendermaßen aus:

1. Der MKK gibt 1,3 Mio € und schleicht sich mit diesem Betrag aus dem Hallenbadzweckverband und seiner dauerhaften Verantwortung

2. das Land Hessen gibt uns einen Zuschuss von 750.000,00 Euro.

3. Den Rest der Sanierungskosten in Höhe von mehr als einer Mio € muss die Gemeinde selbst schultern.

4. Hinzu kommen die jährlichen ungedeckten Kosten von mehr als 600.000,00 Euro, die dauerhaft von der Gemeinde Freigericht geschultert werden müssen.

Diese Gelder muss Freigericht alleine aufbringen, obwohl nur zirka 28 Prozent der Besucher Freigerichter sind. Schon jetzt ist bekannt, dass die drei Millionen Euro nicht ausreichen werden, um das Bad komplett instand zu setzen, geschweige denn energetische Maßnahmen durchzuführen. Die Kommunalaufsicht des Main-Kinzig-Kreises hat die Gemeinde Freigericht aufgefordert, den Haushalt der Gemeinde zu konsolidieren. Auf dem Prüfstand stehen nun alle freiwilligen Leistungen.

Dies sind beispielsweise auch Zuschüsse und Unterstützungen der Vereine. Die Kommunalaufsicht fordert ferner die Erhöhung von Gewerbesteuer und Grundsteuern, um unseren stark defizitären Gemeindehaushalt zu stabilisieren. Schon seit Jahren werden kaum Straßen erneuert oder repariert. Selbst die Straßen, die von den Anliegern beim Kauf eines Bauplatzes schon bezahlt wurden, können aus Geldmangel nicht fertiggestellt werden.

Die Freigerichter Kasse ist leer!!

Deshalb muss der MKK für die Nutzung des Hallenbades für den Schulsport kostendeckend zahlen und die umliegenden Kommunen, deren Bürger Nutznießer unseres Hallenbades sind, müssen anteilig die Kosten des Hallenbades „Platsch“ übernehmen. Nur so können die Mittel für die Unterhaltung des Hallenbades für Freigericht auf ein erträgliches Maß reduziert werden.

Ich denke, der Kreis und alle verantwortlichen Politiker sollten nicht warten, bis Freigericht unter der Belastung seines Hallenbades zusammenbricht und wie andere Städte und Gemeinden das Bad schließen muss."

Anne Blobner
Mitglied des Gemeindevorstandes
Wingertstr. 12
63579 Freigericht

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