Morgenpost

"In Ronneburg ist mit der Bürgermeisterwahl im Jahr 2024 und der jetzigen Kommunalwahl nach über fünf Jahrzehnten eine von der SPD geprägte Ära endgültig zu Ende gegangen. Das ist gelebte Demokratie und ein deutliches Signal der Bürger. Der Wunsch nach Veränderung war und ist offenbar größer als die Beständigkeit einer Tradition.

Dennoch bleibt beim Blick auf die Wahllisten ein fader Beigeschmack: Dass auf drei von vier Listen mehrere Mitglieder einer Familie kandidieren, erinnert eher an einen geschlossenen Verein als an eine moderne Bürgervertretung. Auch die Widersprüchlichkeit, sich als parteilos zu präsentieren, während man die logistische und finanzielle Infrastruktur einer Partei für den Wahlkampf nutzt, ist Täuschung der Wählerschaft. Denn wer auf einer Parteiliste kandidiert, unterstützt damit auch das Programm dieser Partei. Oder er muss erklären, von welchen Punkten er sich explizit distanziert. Ist vielleicht die Vorgabe der Parteilosigkeit eher eine strategische Maßnahme, um dem Wähler Überparteilichkeit vorzugaukeln?

Natürlich ist ehrenamtliches Engagement lobenswert, doch die Häufung bestimmter Nachnamen auf Wahlzetteln lässt das Erreichen politischer Ziele für normale Bürger ohne familiäre Seilschaften unnatürlich hoch erscheinen. Wenn also die neue Mehrheit wirklich einen Neuanfang für Ronneburg will, muss sie zukünftig dafür bürgen, dass Sachverstand sowie realisierbare frische Ideen mehr zählen als das richtige Stammbuch. Wir brauchen eine Politik für alle Bürger, so wie sie einst dreißig Jahre lang – mit dem Blick für Wesentliches – vorbildlich von unserem Ehrenbürgermeister Friedhelm Kleine zum Wohle unserer drei Ortsteile praktiziert wurde."

Karl Netscher
Ronneburg

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