Den geplanten Einzug von Günther Kauder in den Magistrat der Stadt Gelnhausen kommentiert VORSPRUNG-Leser Dr. Simon Falch in seinem Leserbrief.
"Die Nominierung von Günther Kauder durch die SPD Gelnhausen zum Stadtrat irritiert mich sehr. Als interessierter Bürger unserer Stadt, wohnhaft in Hailer, habe ich die Vorgänge im Meerholzer Neubaugebiet über Jahre hinweg aufmerksam – wenn auch von der Seitenlinie – verfolgt. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, weshalb die SPD ausgerechnet eine Person ins Rathaus zurückholen möchte, deren früheres Handeln maßgeblich – wenn auch nicht ausschließlich – mit einem der größten Skandale der jüngeren Gelnhäuser Vergangenheit verbunden ist. Es ist kaum vorstellbar, was jene Bürgerinnen und Bürger empfinden müssen, die von den damaligen Entscheidungen unmittelbar betroffen waren, sollte Herr Kauder nun erneut mit einer derart verantwortungs- und ehrenvollen Position betraut werden.
Soweit sich dies aus umfangreichen Presseberichterstattung und aus meiner Erinnerung ergibt, spielte Herr Kauder eine nicht unerhebliche Rolle bei den Vorgängen im Mittlauer Weg. Damals wurden Flächen, die im Bebauungsplan als öffentliche Grünflächen vorgesehen waren, rechtswidrig privatisiert und eingezäunt. Dass hiervon sogar enge Familienmitglieder profitierten und Anwohner um ihre versprochene 'grüne Oase' gebracht wurden, hat der Stadt nicht nur finanziell, sondern auch moralisch schwer geschadet. Die Folgen dieses Vorgehens sind bis heute spürbar.
Die neue SPD-Fraktionsführung um Victoria Schmidt und Jakob Mähler muss sich nun die Frage gefallen lassen, ob sie entweder unfähig ist, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen oder ob sie sich gegen parteiinterne Einflüsse nicht durchsetzen kann. Beides wirft kein gutes Licht auf den propagierten Anspruch eine Neuanfangs. Statt glaubwürdiger Erneuerung entsteht der Eindruck, dass altbekannte personelle Muster weitergeführt werden. Der von den beiden ehemaligen Grünen gepriesene Neustart läuft Gefahr, zum Fehlstart zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass es innerhalb der SPD noch Verantwortliche gibt, die erkennen, welches Signal für die Gelnhäuser Bürgerinnen und Bürger von dieser Personalentscheidung ausgeht – und entsprechend handeln.
Gelnhausen braucht Erneuerung statt alter Seilschaften. Diese SPD-Personalie schadet eindeutig erneut dem Ansehen der Stadt und ihrer politischen Gremien und führt zum weiteren Vertrauensverlust in die Politik."
Dr. Simon Falch
Gelnhausen
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