MKK-Jobs

"Die Ankündigung einer Prämie von 1.000 Euro von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat auch im Main-Kinzig-Kreis viele Fragen aufgeworfen. Vor allem dann, wenn am Ende die Handwerksbetriebe für deren Finanzierung herangezogen werden sollen. Ein solcher Ansatz wäre aus meiner Sicht das falsche Signal zur falschen Zeit. Gerade das Handwerk ist in unserer Region ein unverzichtbarer Pfeiler der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stabilität. Die zahlreichen kleinen und mittelständischen Betriebe im Main-Kinzig-Kreis sichern Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus, investieren vor Ort und tragen in erheblichem Maße zur regionalen Wertschöpfung bei. Sie sind häufig familiengeführt, seit Generationen verwurzelt und übernehmen Verantwortung weit über das rein Wirtschaftliche hinaus.

Gleichzeitig stehen diese Betriebe bereits heute unter erheblichem Druck. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verschärft. Steigende Material- und Energiekosten, höhere Lohnnebenkosten, ein anhaltender Fachkräftemangel sowie immer neue Dokumentations- und Verwaltungsanforderungen belasten viele Unternehmen zunehmend. Hinzu kommt, dass zahlreiche Betriebe in einem harten Wettbewerb stehen und Preiserhöhungen nur begrenzt an ihre Kunden weitergeben können.

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer arbeiten längst an der Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren. Sie tragen Verantwortung für ihre Beschäftigten, müssen Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und Digitalisierung stemmen und zugleich Ausbildungsplätze sichern. Wer die Realität in unseren Werkstätten, auf den Baustellen und in den Betrieben im Main-Kinzig-Kreis kennt, weiß: Dort gibt es keine finanziellen Spielräume für zusätzliche politische Belastungen. Deshalb erscheint es weder gerecht noch nachvollziehbar, wenn eine staatlich angekündigte Prämie am Ende von den Betrieben finanziert werden soll. Politische Maßnahmen, die von der Bundesregierung beschlossen oder angekündigt werden, müssen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Andernfalls entsteht der Eindruck, dass politische Versprechen abgegeben werden, deren Kosten anschließend auf diejenigen verlagert werden, die ohnehin schon tagtäglich Leistung erbringen.

Das würde nicht nur die wirtschaftliche Lage vieler Handwerksunternehmen weiter verschärfen, sondern auch das Vertrauen in die Verlässlichkeit politischer Entscheidungen beschädigen. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten brauchen Unternehmen Planbarkeit, Stabilität und klare Rahmenbedingungen. Wenn Politik es ernst meint mit der Stärkung des Mittelstands, dann darf sie das Handwerk nicht immer wieder als finanzielle Reserve betrachten. Was unsere Betriebe im Main-Kinzig-Kreis jetzt brauchen, sind weniger Bürokratie, verlässliche politische Entscheidungen, bessere Rahmenbedingungen für Ausbildung und Investitionen sowie eine spürbare Entlastung bei Steuern und Abgaben. Das Handwerk ist kein Ausfallbürge für politische Ankündigungen. Es ist ein tragender Teil unserer regionalen Wirtschaftskraft. Wer die Zukunft des Main-Kinzig-Kreises sichern will, muss seine Handwerksbetriebe stärken und nicht zusätzlich belasten."

Klaus Reuter
Bürgermeister a.D.
Großkrotzenburg

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


Thermo Sun
Harth & Schneider
VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG
Kreiswerke Main-Kinzig

online werben

Höfler Fenster
Autohaus Koch
Autohaus Nix
Messe Wächtersbach
CID

vogler banner

Evonik

vogler banner

Online Banner 300x250px MoPo 2