Seit Montag, 16. April 2012, sind die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren für die Umgehungsstraße Freigericht-Hasselroth zur Einsicht in beiden Rathäusern ausgelegt.
Seit Montag, 16. April 2012, sind die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren für die Umgehungsstraße Freigericht-Hasselroth zur Einsicht in beiden Rathäusern ausgelegt.
Von Seiten der Gemeinde Freigericht, in der ich im Gemeindevorstand sitze, hätte ich erwartet, dass in jedem Ortsteil eine Bürgerversammlung zur Information unserer Bürger stattfindet. Immerhin sollen ca. 17 Millionen EURO an Steuergeldern der Bürger verbaut werden. Die Bürger nur mit einer Zeitungsnotiz auf die Möglichkeiten zur Einsichtnahme der Unterlagen zur Planfeststellung im Rathaus hinzuweisen, ist mehr als dürftig
Ich frage mich, zeigt dieses Verhalten das richtige Verständnis für die allseits beschworene und auch eingeforderte Bürgerbeteiligung?
Der vorgelegte Plan des neu benannten Amtes Hessen Mobil offenbart ebenfalls ein recht antiquiertes Demokratieverständis. Der Plan stammt aus dem vergangenen Jahrhundert und ist mehr als 30 Jahre alt. Forderungen und Beschlüsse der Gemeindevertretung (alle Parteien haben diese Forderungen mehrheitlich erhoben) die u.a. den Rückbau der Straße zwischen Neuses und Horbach ablehnen und einen Anschluss der Anbindung der Umgehungsstraße nach Albstadt zwischen Neuses und Somborn vorbei am Wohngebiet Schwalbengrund ausdrücklich ablehnen, gehen an diesem Amt spurlos vorbei, als arbeite es auf einem anderen Stern und nicht in Gelnhausen. Unterschriftenlisten von mehr als 400 Bürgerinnen und Bürgern, die in Altenmittlau einen größeren Abstand der geplanten Straße zur Wohnsiedlung Pfaffenbusch fordern, landen offensichtlich im Papierkorb.
Von Bürgerorientierung und Demokratieverständnis zeugt dieses Verhalten nicht. Aber nun zum eigentlichen Thema: Was bringt die Umgehungsstraße den Freigerichtern?
Im Ortsteil Altenmittlau wird zwar die Hauptstraße entlastet, gleichzeitig rauschen aber am Wohngebiet Pfaffenbusch 6400 PKW und LKW in einem Abstand von 94 m vorbei. Die Anwohner hatten bisher keine Verkehrsbelastung.
Der Ortsteil Neuses wird in fast allen Ortsdurchfahrten stärker belastet werden, da unsere Pendler zur A 45 weiterhin über die einfachere Anbindung Albstadt-Alzenau fahren. Der Plan zeigt keinerlei Vision für eine Anbindung der Umgehungsstraße zur A 45, ja es wurde noch nicht einmal Kontakt von Hessen-Mobil zum Land Bayern, dem Kreis Aschaffenburg oder der Stadt Alzenau aufgenommen worden.
Für Bernbach gibt es keinerlei Vorteile. Der OT Horbach hat nur Nachteile, da Horbach gänzlich unbeachtet geblieben ist. Im Gegenteil, durch den Rückbau der Straße Horbach-Neuses wird der Verkehr auf die außerhalb von Horbach liegende Umgehungsstraße geführt, von da muss man, wenn man z. B. zum Kaufhaus Benzing will, diesen Umweg fahren. Des Weiteren stellt sich die Frage, was ist mit den Anglerteichen und dem Naturschutzgebiet zwischen Horbach und Neuses in der ehemaligen Sandgrube?
Der vorgelegte Plan zeigt kein Bemühen, die notwendige Entlastung von Somborn und Altenmittlau herbeizuführen, ohne anderen Ortsteilen und deren Bürgern in Freigericht Nachteile zuzumuten. Es fragt sich, ob ein Konzept, das Freigericht zerschneidet und das zwei Ortsteilen Vorteile zu Lasten anderer Ortsteile bringt, eine Planung darstellt, die weiter verfolgt werden sollte.
Den meisten Bürgern in Freigericht ist dieses Problem nicht bewusst. Die Gemeindeverwaltung, an der Spitze der Bürgermeister hat hier die unbedingte Pflicht, die Bürger in den einzelnen Ortsteilen im Rahmen von Bürgerversammlungen über die Planungen der Umgehungsstraße mit ihren Auswirkungen auf die Menschen in den einzelnen Ortsteilen zu informieren.
Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger sich im Rathaus oder auch im Internet (http://www.rp-darmstadt.hessen.de/irj/RPDA_Internet?cid=79d80c60c376f101fa98585c70b95000) über das Planfeststellungsverfahren der Umgehungstraße Freigericht-Hasselroth zu informieren.
Anne Blobner
Mitglied des Gemeindevorstandes
Wingertstr. 12
63579 Freigericht
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