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Keiler Bier

Offener Brief an Hans-Georg Kraus (Die Partei)

Mit einem Offenen Brief wendet sich Timo Greuel, SPD-Fraktionsvorsitzender in Langenselbold, an den Ortsverbandsvorsitzenden Langenselbold von „Die Partei“, Hans-Georg Kraus.

Autohaus Nix

Sehr geehrter Herr Kraus, lieber Hans-Georg,

zunächst seien Sie versichert, dass ich mich freue, dass Sie in dem jüngst gegründeten Ortsverband der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative – kurz „Die Partei“ – eine neue politische Heimat gefunden haben. Eine Partei, die nach eigener Aussage, Inhalte überwinden und inhaltsleere Wahlkämpfe führen möchte.

Normalerweise lobe ich Akteure anderer Parteien eher selten, denn nicht oft ergibt sich hierzu eine Gelegenheit. Aber ich komme an dieser Stelle nicht umhin, anzuerkennen, dass „Die Partei“ für dieses Programm kaum einen besseren Kandidaten hätte finden können. Chapeau!

Umso mehr bedauere ich es beinahe, nun wieder Wasser in den Wein gießen zu müssen. Doch Ihre wiederholt öffentlich geäußerte Feststellung, Sie hätten während Ihrer Zeit bei den Langenselbolder Sozialdemokraten „nur ungute Erfahrungen“ gesammelt, darf nicht gänzlich unkommentiert bleiben.

Insbesondere, weil ich absolut davon überzeugt bin, dass Ihnen die SPD-Fraktion in ihrer Gesamtheit bis zuletzt, auch noch nach Ihrem erklärten Austritt aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, stets zugewandt und aufgeschlossen gegenüber stand.

Und selbst als Sie wenige Monate später Ihr Mandat aus persönlichen Gründen niederlegten und in der Folge aus der Fraktion ausschieden, geschah dies ausdrücklich und ausschließlich auf Ihren eigenen Wunsch. Zwar haben wir Ihre Entscheidung bedauert, haben sie aber selbstverständlich akzeptiert.

Mir ist völlig klar, dass gelegentlich auch mal etwas nicht so läuft, wie es soll. Aber gerade dann gilt es, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Sehen Sie, Herr Kraus, ich schätze Menschen sehr, die das offene Wort suchen und berechtigte, wie konstruktive Kritik üben. Denn gerade dadurch bewirkt man Veränderungen hin zum Positiven.

Diesen offenen, konstruktiv kritischen Umgang hätte ich mir von Ihnen zu der Zeit, als Sie noch der SPD-Fraktion und nicht der Partei „Die Partei“ angehörten, gewünscht. Nun im Nachhinein bloße, mithin unkonkrete Behauptungen in der Presse zum Besten zu geben, ohne zuvor den Dialog gesucht zu haben, zeugt von wenig Courage. Aber vielleicht ist ja auch das die bloße Satire. Schwierig, da noch den Durchblick zu behalten.

Gerade auf der zwischenmenschlichen Ebene – und das, so sagen sie, habe Ihnen gefehlt – empfand ich unsere Zusammenarbeit in der SPD-Fraktion stets als Bereicherung. Ich für meinen Teil kann daher nicht nachvollziehen, was konkret Sie zu dieser Aussage bewogen hat.

Wenn Sie mangelnden Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern Langenselbolds beklagen, müssen Sie sich als ehemaliger Stadtverordneter ebenfalls fragen lassen, was Sie denn konkret dafür getan haben, um die – wohlgemerkt in Ihren Augen – fehlende Bürgernähe herzustellen. Gerade in dieser Frage kann ich mich nicht entsinnen, dass Sie sich durch besonderen Eifer hervorgetan hätten.

Vielmehr steht für mich zweifelsfrei fest, dass die SPD Langenselbold sehr nah dran ist, an den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt. Dies zeigt sich immer wieder in persönlichen Gesprächen. Sei es unter vier Augen, oder beispielsweise anlässlich unserer mobilen Sprechstunde, der „Roten Bank“.

Da ich mir Ihre offensichtliche Verbitterung und Ihre, wie ich meine, ungerechtfertigten Vorhaltungen beim besten Willen nicht anders erklären kann, muss ich unterstellen, dass es Ihnen mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl nur darum geht, Ihr eigenes, bis dato nicht vorhandenes politisches Profil zu schärfen.

Aus politischer Sicht mag dies nachvollziehbar sein, menschlich ist es enttäuschend.

Herzlichst,

Timo Greuel
Vorsitzender der SPD-Fraktion Langenselbold
Hanauer Straße 64b
63505 Langenselbold

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