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Windräder in Freigericht-Neuses – einige haben den Schuss noch nicht gehört

Windräder in Freigericht-Neuses – einige haben den Schuss noch nicht gehört

In der Debatte über die Aufstellung von Windkraftanlagen in Freigericht meldet sich VORSPRUNG-Leser Klaus Heim mit einem Leserbrief zu Wort.

Interkulturelle Wochen im Main-Kinzig-Kreis

"Um das Thema gleich auf den Punkt zu bringen: Ich bin mittlerweile ein Befürworter der geplanten Windräder hinter dem Rodfeld, Neuses. Warum habe ich meine Meinung zwischenzeitlich geändert? Ich bin Anwohner unmittelbar unterhalb des Fernblickes und der Architekt bzw. Ideengeber des Aussichtsturmes. Eigentlich zwei 'gute Gründe', um gegen die geplanten Windräder vor 'meiner Haustüre' zu sein. Als ein Mensch mit einem gewissen technischen Grundverständnis und einem Verantwortungsgefühl für Natur und Umwelt hat ein erster Faktencheck mich allerdings ziemlich bald sehr nachdenklich gestimmt.

Je gründlicher die Vor- und Nachteile, für oder wider Windkraft abgewogen werden, um so eindeutiger fällt die Entscheidung aus: Pro Windkraft und Ja: direkt vor meiner Haustüre. Aber diese Auseinandersetzung mit Fakten – die alle nachlesbar und bekannt sind - und nicht mit Fake, die gehört nun mal dazu. Verwerflich finde ich, wie oberflächlich und mit welch polemischer Propaganda gegen Windkraftanlagen Stimmung gemacht wird. Plakate mit süßen Rehkitzen mit großen braunen Augen und der pauschalen Behauptung, unser Wald würde zerstört, sind keine Fakten und keine Argumente. Die Fotoanimation mit der Darstellung der Windräder sind derart verfälscht, dass dies eigentlich auch dem Dümmsten auffallen sollte.

JA, das Landschaftsbild verändert sich und JA, es könnten auch einige Vögel sterben – ABER: den 300 Millionen Vögeln, die pro Jahr durch Glasscheiben, Katzen und den Straßenverkehr sterben, weinen diese vermeintlichen Naturschützer keine Träne nach. Dass unser natürlicher Lebensraum durch den Klimawandel ungleich stärker gestört wird, als durch einige Windräder, ist den Gegnern keine Silbe wert – und das ärgert mich maßlos. Was sind wir für ein Land geworden, wo nur interessiert, was vor der eigenen Haustüre passiert? Und dass eine kommunalpolitische Partei – ich meine die CDU – sich zum Statthalter dieser Polemik macht, hat mich persönlich sehr enttäuscht. Viel klüger wäre es, dass gerade Parteien daran mitwirken würden, die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen und nicht nur für Windräder, sondern natürlich auch für Solarmodule. Beides ist zu prüfen.

Wer sich wirklich ernsthaft informiert, muss zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass an Windrädern auch bei uns kein Weg vorbeiführt. Und wer schon jetzt – vor allem auch angesichts Energiekrisen und Klimazielen – präventiv einfach schon mal dagegen ist, obwohl die Gemeinde zunächst nur die Machbarkeit prüfen will – der hat den Schuss noch nicht gehört."

Klaus Heim
Freigericht

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Kommentare

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Renate T.
4 jahre vor
Ganz so einfach kann man es sich meiner Meinung nach auch nicht machen! Nicht nur Tiere sind gefährdet: wer sich mal näher mit der Materie befasst wird feststellen, es gibt durchaus Menschen, deren Nachtruhe empfindlich gestört ist durch die fauchenden Geräusche, um nur mal einen Aspekt herauszugreifen. Und noch wesentlicher: ich bin diese Woche 4 mal auf die "Vier Fichten" zugefahren und obwohl wie z.B. heute durchaus teilweise heftiger Wind wehte - die Anlagen standen durchweg still, nur an einem Tag liefen sie kaum sichtbar. So lange es kein Gesamtkonzept und keine ausreichende Speichermöglichkeit gibt, sollte man nicht die Landschaft "zupflastern". Die Sonnenernergie halte ich für wesentlich sinnvoller und konstanter, zudem fast überall einsetzbar. Aber ob das für eine stabile Stromversorgung ausreicht?
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Franz Josef Peter
4 jahre vor
Danke!für das wichtige und mutige Statement! Es spricht mir aus der Seele!
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Holger
4 jahre vor
Lieber Herr Heim Sie sprechen mir aus dem Herzen.
Wer diese Situation nicht wahr haben will ist glaube ich nicht mehr in der Realität zu Hause.
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Weight Lifter
4 jahre vor
Danke für diese gute Aussage zur Windkraft. Befragen sollte man auch einmal den Pionier Herrn Fuhrländer der Windkraft, einen Schmied aus dem Westerwald!
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Petra Graßmuck
4 jahre vor
das ist total richtig! Alle brauchen Energie,aber keiner will irgendwas vor der eigenen Haustür haben.
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