Thomas Brussig begeisterte bereits Millionenpublikum

Literatur

Am Mittwoch, dem 4. November stellt der Schriftsteller und Drehbuchautor Thomas Brussig seinen aktuellen Roman „Das gibt’s in keinem Russenfilm“ bei Büdingen belesen vor.

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thomasbrussigDarin hat er eine fiktive Autobiografie über sich selbst geschrieben und die deutsche Geschichte einen anderen Lauf nehmen lassen, indem die Wiedervereinigung 1991 ausgefallen ist. Das Publikum erwartet ein zutiefst komisches und wahnwitzig ernsthaftes Spiel über 50 Jahre Leben in der DDR. Beginn der Lesung, die von der ovag Energie AG und der Sparkasse Oberhessen veranstaltet wird ist um 20 Uhr im Heuson Museum in Büdingen.

Drehbücher für Film und Musical
Andreas Matlé, Pressesprecher der ovag Energie AG verriet, „Brussig hat sich mit seinem neuen Roman elf Jahre Zeit gelassen und sich dem Drehbuchschreiben für verschiedene Filme und dem Musical „Hinterm Horizont“ zugewandt.“ Jetzt sei er gleich auf zwei Weisen zurück, ergänzte Bernd Kunzelmann, Pressesprecher der Sparkasse Oberhessen – als Schriftsteller und als Romanfigur in seiner eigenen fiktiven Autobiografie. „Das ist nicht nur ein spannendes Konzept, sondern vor allem unglaublich unterhaltsam und lesenswert“, so Kunzelmann weiter.

Mauerfall und Wiedervereinigung sind ausgefallen
In „Das gibt’s in keinem Russenfilm“ lässt Brussig viele seiner eigenen Lebensstationen einfließen und verbindet sie mit einer großen Portion Fiktion. Das Ergebnis ist eine DDR, die auch im Jahr 2014 noch existiert, denn der Mauerfall und die Wiedervereinigung haben nicht statt gefunden. Brussig selbst lebt dort als Schriftseller, der 1991 ein Versprechen gegeben hat, das ihn schlagartig berühmt machte und aufgrund dessen er für einen Systemkritiker gehalten wird, obwohl er eigentlich ein kleiner Feigling ist.

Stasi-Spitzel werden zu Steuerfahndern umgeschult
Die deutsche Geschichte steht Kopf: Dank Elektroautos und Windenergie wird die DDR zur „Elektrokratie“ und dafür weltweit beneidet. Ehemalige Stasi-Spitzel werden erfolgreich zu Steuerfahndern umgeschult. Die Fußballnationalmannschaft der DDR hat es 2006 ins WM-Finale geschafft, wo sie allerdings gegen die BRD verliert. Gregor Gysi hat nach Egon Krenz die Regierungsgeschäfte übernommen und Angela Merkels politische Karriere findet aufgrund der fehlenden Wiedervereinigung nicht statt, dafür backt sie hervorragenden Apfelkuchen.

Millionenpublikum erreicht
Thomas Brussig wurde 1964 in Berlin geboren und studierte Dramaturgie an der Filmuniversität Babelsberg. Seinen Durchbruch hatte er 1995 mit dem Roman „Helden wie wir“. Es folgten unter anderem „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“, „Wie es leuchtet“ und das Musical „Hinterm Horizont“. Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt. Thomas Brussig ist der einzige lebende deutsche Schriftsteller, der sowohl mit seinem literarischen Werk als auch mit einem Kinofilm (Sonnenallee) und einem Musical (Hinterm Horizont) ein Millionenpublikum erreichte.

Preise und Vorverkaufsstellen
Die Karten kosten 12 Euro für Erwachsene, ermäßigt 10 Euro. Giro-Kunden der Sparkasse Oberhessen und ovagCard Kunden erhalten einen Rabatt von 2 Euro pro Karte. Der Vorteil gilt für maximal zwei Eintrittskarten pro Karteninhaber – solange der Vorrat reicht. Erhältlich sind die Karten in Büdingen im KompetenzCentrum der Sparkasse Oberhessen, in der Stadtbücherei, der Hellerschen Buchhandlung, im Tourismusbüro sowie bei der Tickethotline der Sparkasse Oberhessen unter 06031 86-276, bei der ovag Energie AG unter 06031 6848-1153 und auf www.adticket.de.

Foto: Thomas Brussig hat als einziger lebender deutscher Schriftsteller, sowohl mit seinem literarischen Werk als auch mit einem Kinofilm und einem Bühnenwerk ein Millionenpublikum erreicht – am 4. November gastiert er bei „Büdingen belesen“.


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