Kalter Markt: Tod eines Steinauers weiter ungeklärt

Schlüchtern

Der Tod eines 23-jährigen Steinauers auf dem Kalten Markt in Schlüchtern im November 2010 ist weiterhin ungeklärt. Am Monatg saßen vor dem Jugendschöffengericht im Amtsgericht Gelnhausen sieben Männer im Alter von 22 bis 24 Jahren auf der Anklagebank, denen von der Staatsanwaltschaft Hanau die Beteiligung an einer Schlägerei vorgeworfen wurde, in dessen Verlauf dem Steinauer ein Messerstich an der rechten Halsseite zugefügt wurde.

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Der Mann starb wenig später im Schlüchterner Krankenhaus an den Folgen dieser Verletzung. In den Mittelpunkt rückte während der Verhandlung ein 24-jähriger Iraner, auf den jetzt ein weiteres Verfahren vor dem Landgericht in Hanau wartet. "Es steht im Raum, dass hier mehr dahinter stecken könnte, als nur die Beteiligung an einer Schlägerei", begründete Sigrid Haas, Vorsitzende Richterin und Direktorin des Amtsgerichts Gelnhausen, die Übergabe dieses Falles an die nächsthöhere Instanz. Vorgeworfen wird dem inzwischen in Köln lebenden Mann auch die Beteiligung an einer Schlägerei in einem Schlüchterner Cafe wenige Stunden vor der Bluttat. Was genau in der Nacht vom 6. auf den 7. November 2010 auf dem Kalten Markt in Schlüchtern passierte, wurde gestern nur zum Teil deutlich.

Der Großteil der Angeklagten, die zu Prozessbeginn allesamt die Aussage verweigerten, hielt sich zunächst in Blumencafé in Schlüchtern auf, in dem es gleich zu mehreren Auseinandersetzungen gekommen sein soll. Vermeintliches Opfer war hier ein 22-jähriger Mann aus Dietzenbach. Er soll bei seinem ersten Besuch des Cafes zunächst einen Faustschlag ins Gesicht bekommen haben und später, als er die Täter zu Rede stellen wollte, in einem Hinterhof von mehreren Personen zusammengeschlagen worden sein. Vermutlich wurde hierbei auch eine Flasche auf seinem Kopf zertrümmert.

Als Haupttäter bezichtigte er gestern den 24-Jährigen Iraner. Nach diesem Vorfall verließ ein Teil der Angeklagten das Cafe und zog in Richtung einer Diskothek in Schlüchtern weiter. Unterwegs begegneten sie dem späteren Opfer aus Steinau zum ersten Mal, der dort mit einem Freund unterwegs war. Ein schon seit langem andauernder Konflikt im Altkreis Schlüchtern zwischen Migranten türkischer und arabischer Herkunft sowie Russlanddeutschen sorgte dann anscheinend für die erste Eskalation. Es kam zu einer Schlägerei, in dessen Verlauf ein 24-Jähriger Türke zu Boden ging.

Die Wege der beiden Gruppen trennten sich danach für kurze Zeit. Wenig später kam es zum Wiedersehen vor dem Eingangsbereich der Diskothek. Die Freunde des späteren Opfers, inzwischen mindestens zu Viert, forderten eine Jacke samt Geldbeutel und Handy zurück, die ihnen bei der ersten Auseinandersetzung entwendet worden sein soll. Doch gesprochen wurden nicht lange. Nach Zeugenaussagen soll der 24-jährige Iraner sofort zugeschlagen haben, später versetzte der 24-jährige Türke einem Widersacher einen Hieb mit einem Schlagring. Dafür wurde er gestern wegen schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit Beteiligung an einer Schlägerei zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem muss er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Wer dem 23-jährigen Steinauer im Verlauf dieser Massenschlägerei die tödliche Stichverletzung zufügte, ist bislang unklar. Der Mann brach auf der Straße zusammen und wurde von einer inzwischen eingetroffenen Polizeistreife ins Krankenhaus gefahren. Dort konnte ihm aber nicht mehr geholfen werden, da er schon zu viel Blut verloren hatte. Er starb noch am 7. November 2010.

Von den sieben Angeklagten wurden drei freigesprochen, weil ihnen die Beteiligung an der Schlägerei nicht nachgewiesen werden konnte. Das Verfahren gegen einen 22-jährigen Kosovaren, der nach übereinstimmenden Zeugenaussagen zumindest zu Beginn des Abends auf dem Kalten Markt ein Messer bei sich führte, das ihm später aber wohl abgenommen wurde, wurden gegen Zahlung einer Strafe von 250 Euro eingestellt. 800 Euro Strafe muss ein ebenfalls an der Schlägerei beteiligte 24-jähriger Deutscher zahlen.

Staatsanwalt Mathias Pleuser kündigte an, bei dem Verfahren gegen den 24-jährigen Iraner vor dem Landgericht alle gestern Angeklagten erneut vorzuladen - dann allerdings als Zeugen. Sie wären dann zu einer wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich, so den Tod des 23-jährigen Steinauers auf dem Kalten Markt in Schlüchtern im Jahr 2010 doch noch aufzuklären.


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