Teure Maschine verschwunden: Sozialstunden für 55-Jährige

Schlüchtern

Wo ist die Drehmaschine im Wert von 25.000 Euro? Die Geschäftsführerin eines Unternehmens aus Schlüchtern hatte einen ganzen Maschinenpark geleast und sollte alles wieder zurückgeben, nachdem sie die Raten nicht mehr bezahlen konnte.

Evonik
Stadt Schlüchtern

Als ein Monteur die Gerätschaften abholen wollte, fehlte allerdings die Drehmaschine und ist bis heute verschwunden. Im Amtsgericht Gelnhausen musste sich die 55-Jährige jetzt wegen Unterschlagung verantworten.

Die Angeklagte verweigerte allerdings die Aussage, auch ihr Ehemann berief sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht. So blieb dem Gericht nur die Aussage eines 36-jährigen Maschinenbautechnikers aus Poing bei München. Nachdem er von der Leasingfirma den Auftrag erhalten habe, sei er im Juni 2013 erstmals in Schlüchtern gewesen und habe festgestellt, dass die Drehmaschine nicht da sei. Der Ehemann der Angeklagten habe ihm mitgeteilt, dass diese aus Platzgründen bei einem Bekannten untergestellt worden sei. Als dann im September 2013 der Maschinenpark abgebaut und abgeholt wurde, sei ihm offenbart worden, dass der Bekannte die Drehmaschine verkauft habe, erklärte der 36-Jährige im Zeugenstand. Wer dieser Bekannte ist, konnte aber auch er nicht sagen.

„Ziemlich dünne Beweislage“, drängte der Verteidiger der 55-Jährigen auf ein Prozessende ohne Urteil und konnte Gericht und Staatsanwaltschaft überzeugen. Das Verfahren gegen die nicht vorbestrafte Geschäftsführerin des inzwischen insolventen Unternehmens wurde vorläufig eingestellt, allerdings wurde ihr auferlegt, 75 Stunden gemeinnützig zu arbeiten.


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