Karten für diesen Abend zum Preis von 8,00 Euro sind im Steinauer Verkehrsbüro (06663/96310, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zu erhalten. Es empfiehlt sich, den Vorverkauf zu nutzen. Die große Bedeutung des Feuers im menschlichen Leben und in der Kulturentwicklung der Völker erklärt seine auf der ganzen Welt verbreitete religiöse und magische Verehrung. Die Entdeckung und Bändigung des Feuers steht in unmittelbarem Zusammenhang zur prähistorischen Entstehung der Kultur, zu Menschwerdung.
Die Fähigkeit, Speisen am Feuer genießbar zu machen, durch das Feuer Wärme und Licht zu erzeugen, im Feuer Metalle und Erze zu schmelzen und zu formen, durch das Feuer Fäulnis und Krankheit einzudämmen, waren Grundbedingungen menschlichen Daseins. Die frühesten Hinweise auf den kontrollierten Gebrauch von Feuer gibt es aus Afrika, datiert vor ca. 1,5 Millionen Jahren. Doch vermutlich erst vor 700 000 Jahren lernten die Menschen, das Feuer für sich zu nutzen. Als sehr schwierig gestaltete sich in früheren Zeiten die Neugewinnung des Feuers, so dass man das einmal entfachte Feuer sorgfältig hütete und nährte.
Die Unentbehrlichkeit und Wertschätzung des Feuers hat sich dann langsam ins Kultische gesteigert. So war die Heilighaltung des Herdfeuers eine der ältesten religiösen Vorstellungen. Das heilige Herdfeuer, dessen zufälliges Erlöschen Unglück brachte, musste ständig bewacht und geschürt werden. Über Herd und Feuer wachte und herrschte ausschließlich die Frau, die Stammesmutter, die Königin, damals die eigentliche politische und soziale Macht in der matrilinearen Gesellschaft.
Das Feuer war, wie man häufig glaubte, göttlichen Ursprungs. Die wärmende und leuchtende Sonne galt als Hauptsitz des Feuers. Vom Himmel musste es zur Erde gekommen sein. Als Überbringer und Träger kamen für die Naturmenschen nur die Vögel oder andere schnelle Tiere wie z.B. der Hirsch in Betracht. Oder aber es musste geraubt oder durch List geholt werden. Die Entstehung des Feuers aus dem Blitz dokumentiert den übernatürlichen Ursprung des Feuers. Das himmlische Feuer wird zum irdischen Feuer.
Sein Charakter jedoch ist ambivalent, denn in seiner vernichtenden Macht bei Waldbränden und Feuersbrünsten erkannten die Menschen das unerklärliche Wirken eines göttlich-dämonischen Wesens, das es zu besänftigen galt. Dass Feuer mit den höllischen Mächten im Jenseits und Diesseits zusammenhängt, ist ein wichtiges Motiv in der Volksdichtung. Der Teufel selbst, ob als Feuer speiender Drache, als feurige Katze oder feuriger Hund, galt als Brandstifter und musste als solcher bekämpft und ausgetrieben werden.
Die Leuchtkraft der Fackel mit ihrer brennenden Flamme diente zur Dämonenbekämpfung, verscheuchte alles Dunkle und Böse. Dies zeigt sich heute noch in den alten Volksbräuchen der verschiedenen Jahresfeuer wie Johannisfeuer, Sonnwendfeuer und Hutzelfeuer. In Mythen, Märchen und Sagen spiegeln sich die vielfältigen Bräuche und Glaubensvorstellungen der Menschen wider, der freundlich-feindliche Dualismus des Feuers erscheint in vielen Figurationen:
- aus Feuer wird zum einen „neues Leben“ und zum anderen aber auch „altes Leben“ neu geboren
- seine schützende und lebenserhaltende Wärme macht Leben erst möglich
- das Feuer als brennendes oder verlöschendes Lebenslicht ist Zeichen für Leben und Tod
- Feuer muss durch List und Tatkraft entweder entwendet oder besorgt werden
- Feuergeister und Feuertiere gilt es zu besiegen oder sich in Freundschaft mit ihnen zu verbünden
Die Vielzahl der Geschichten ist unendlich und spiegelt die Mannigfaltigkeit des Wortes „Feuer“. Es wird also heiß her gehen am 16. November im Brüder Grimm-Haus Steinau. In der Pause werden einige feurige Snacks angeboten!
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