Der Gründauer Malte-Jörg Uffeln geht als Favorit in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Steinau am 6. April.
Am Sonntag stimmten 40,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler für den parteilosen Kandidaten, jetzt will sich der 49-Jährige in zwei Wochen noch einmal gegen Alexander Link (SPD) durchsetzen, der in der bisherigen Hochburg der Sozialdemokraten nur auf 33,5 Prozent kam. Unklar ist, wie sich die CDU nach dem Ausscheiden von Kandidat Mathias Lifka verhält, der nur auf 25,6 Prozent kam. Lifka selbst will mit dieser persönlichen Stellungnahme zitiert werden: „Ich unterstütze Alexander Link, weil er der bessere Bürgermeister für Steinau ist.“ Die am Wahlabend offenbar falsch verstandene Unterstützung für Uffeln stellte er damit klar, dafür ruderte jetzt der CDU-Stadtverband zurück. Von dort kam zunächst auch ein Signal in Richtung SPD-Mann Link, gestern revidierte der Stadtverbandsvorsitzende Arnold Lifka diese Aussage: Vorerst werde keine Wahlempfehlung abgegeben, zunächst soll der Vorstand darüber beraten. Relativ entspannt kann unterdessen Malte-Jörg Uffeln nach seinem Triumph am Sonntag die Situation in Steinau verfolgen.
Mal ganz ehrlich, Herr Uffeln: Hat Sie dieses Resultat nicht auch überrascht?
Malte-Jörg Uffeln: „Ich habe von Anfang an auf eine Stichwahl mit Alexander Link gehofft und dieses Hoffen ist Realität geworden. Und nach der Podiumsdiskussion der Kinzigtal Nachrichten am 17. März ging ich davon aus, dass Alexander Link und ich in die Stichwahl kommen.“
Was war wahlentscheidend?
Malte-Jörg Uffeln: „Kommunikation überall, am Stammtisch, in den Gasthäusern, an den Haustüren, in den Zeitungen und im Internet unter www.maltejoerguffeln.de, über Facebook, aber auch in vielen Zielgruppengesprächen. Es ist, so denke ich, der gesunde Mix aller Möglichkeiten der Ansprache der Bürger. Ich habe mir viel Zeit für Einzelgespräche genommen. Entscheidend waren aber einzig und allein die Bürger, deren Stimmung wohl ist ‚frischer Wind ins Rathaus mit einem parteilosen Bürgermeister‘ und die mir ihre Stimme gegeben haben, immerhin 1905 Bürger. Das ist große klasse und ich hoffe, dass es am 6. April noch viel mehr Stimmen werden.“
Und worauf wird es jetzt bis zur Stichwahl am 6. April ankommen?
Malte-Jörg Uffeln: „Klug weiterarbeiten wie bisher, authentisch und empathisch bleiben. Natürlich, so wie ich bin. Ich bin kein Showman und kein Schwätzer. Ich kommuniziere gerne, rede vielleicht manchmal zu viel und ohne Punkt und Komma. Das ist mein Leben! Ich rede Klartext und das verstehen die Menschen. Und ich höre mir sehr gerne Kritik meiner stillen Berater in Steinau und Gründau an und justiere mich stets neu.“
Setzen Sie jetzt auf die Stimmen der CDU und wollen und brauchen sie die als parteiloser Kandidat überhaupt?
Malte-Jörg Uffeln: „Ich bin angetreten und trete weiter an als parteiloser Bürgermeisterkandidat für Steinau an der Straße. Ich habe, das habe ich im Wahlkampf stets deutlich gemacht, im Vorfeld der Wahl mit der CDU-Fraktion gesprochen und auch mit Alexander Happ (UBL). Am 12. Januar beim Neujahrsempfang des SKV Hanneklasia habe ich Alexander Link das erste Mal persönlich kennengelernt, ihm meine Visitenkarte gegeben und um eine Einladung in die SPD-Fraktion gebeten. Diese Einladung wurde bis heute nicht ausgesprochen. Ich habe keine Berührungsängste, ich brauche die Unterstützung aller Steinauer.“
Bleibt es bei Ihrer Ankündigung, bei einem Wahlsieg Ihre Heimat Gründau zu verlassen und nach Steinau zu ziehen?
Malte-Jörg Uffeln: „Ganz klar: Wenn ich am 6. April die Bürgermeisterwahl gewinne, gehe ich ab dem 7. April auf Wohnungssuche in Steinau. Es gab aber schon sehr liebe Menschen, die mir übergangsweise eine Ferienwohnung oder auch eine Wohnung in der Innenstadt angeboten haben. Ein Bürgermeister muss in seiner Stadt wohnen. Von Steinau nach Gründau sind es 20 Minuten, das sind doch keine Entfernungen. Ich fahre beruflich täglich bis zu 300 Kilometer einfach zu Seminaren und Vorträgen. Als Bürgermeister in Steinau würde vieles einfacher in meinem Leben werden. In der so gewonnenen Zeit werde ich hart für die Steinauerinnen und Steinauer arbeiten. Ich habe Spaß an dieser Arbeit und bin ein Arbeitstier. Deshalb: Wenn ich am 6. April gewinne, werde ich ein ‚Hanneklas‘.“
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