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Von der 2. bis zur 6. Stunde setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Themen Heimat, Flucht und Erinnerung auseinander. Die Veranstaltung war Teil des internationalen Filmfestivals „Strength of Courage“ („Die Kraft des Mutes“). Das Festival, organisiert von der Claims Conference in Zusammenarbeit mit dem Museum of Jewish Heritage, findet weltweit statt – unter anderem in Berlin, Frankfurt, Wien, Tel Aviv und New York. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Erinnern an die Opfer der Shoah, sondern auch der Mut und die Widerstandskraft von Menschen in Zeiten von Verfolgung und Unrecht.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv: Auf Karten hielten sie ihre Gedanken zu Fragen wie „Was hilft dir, dich an einem neuen Ort wohlzufühlen?“, „Was würdest du am meisten vermissen?“ und „Was bedeutet Heimat für dich?“ fest. Die Ergebnisse, die an Stellwänden gesammelt wurden, zeigten, wie eng Heimat mit Familie, Freundschaften und einem Gefühl von Sicherheit verbunden ist.

In den anschließenden Redebeiträgen wurden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Frau Schumann, Vorsitzende des Fachbereichs Gesellschaftslehre, betonte die Bedeutung des Erinnerns für die Gegenwart. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen sei es wichtig, wachsam zu bleiben und sich aktiv gegen Ausgrenzung einzusetzen. Herr Fritsch, stellvertretender Schulleiter, hob die historische Verantwortung hervor. Er erinnerte daran, dass der Holocaust ein systematisch organisierter Massenmord war und dass Demokratie und Menschlichkeit immer wieder neu verteidigt werden müssen. Frau Levi stellte den internationalen Kontext in den Mittelpunkt. Sie verwies auf das weltweite Filmfestival und schilderte eindrucksvoll das Gedenken in Israel, wo jährlich Sirenen ertönen und für zwei Minuten das öffentliche Leben stillsteht.

Im Anschluss griff Frau Reuter die zuvor an den Stellwänden gesammelten Gedanken der Schülerinnen und Schüler auf und knüpfte damit an deren persönliche Erfahrungen an. Dabei stellte sie erste Bezüge zu den zentralen Themen der folgenden Filmarbeit her, insbesondere zum Gefühl von Heimat und dessen Verlust. Anschließend wurde der Film „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ gezeigt, der die Flucht einer jüdischen Familie aus dem nationalsozialistischen Deutschland erzählt. In der gemeinsamen Auswertung setzte Frau Reuter die Diskussion fort und vertiefte die Verbindung zwischen den Schüleraussagen und den Inhalten des Films. Dabei wurde besonders der Verlust von Heimat thematisiert. Deutlich wurde, dass Verfolgung häufig mit Ausgrenzung beginnt und letztlich dazu führt, dass Menschen ihr Zuhause verlassen müssen.

In der anschließenden Diskussion setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Erfahrungen der Hauptfigur auseinander. Sie beschrieben, wie belastend es ist, immer wieder vertraute Menschen und Orte zurücklassen zu müssen und sich in neuen, fremden Umgebungen zurechtzufinden. Besonders bewegend fanden viele die wiederholten Abschiede von wichtigen Bezugspersonen sowie Situationen, in denen Unsicherheit und Angst spürbar wurden. Auch die Symbolik des titelgebenden „rosa Kaninchens“ wurde thematisiert: Es steht für das zurückgelassene Zuhause, für Erinnerungen an die Vergangenheit, aber zugleich auch für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

In der Übertragung auf die eigene Lebenswelt wurde deutlich, dass viele Jugendliche vor allem Familie, Freunde und vertraute Lebensbedingungen vermissen würden, wenn sie ihre Heimat verlassen müssten. Dadurch wurde eine Brücke zwischen historischer Erfahrung und heutiger Lebensrealität geschlagen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung von Zeitzeugenberichten. Die Schülerinnen und Schüler reflektierten, dass persönliche Geschichten immer seltener werden und es daher umso wichtiger ist, Erinnerungen zu bewahren und für zukünftige Generationen zugänglich zu machen.

Zum Abschluss gestalteten die Jugendlichen Postkarten zur Frage, warum das Erinnern an die Verbrechen der Nationalsozialisten so wichtig ist. Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerung bedeutet nicht nur, an Leid zu erinnern – sondern auch, Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.

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Sebastian Fritsch am Podium (stellvertr. Schulleiter, Erich Kästner-Schule).

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Von links: Sebastian Fritsch (stellvertr. Schulleiter, Erich Kästner-Schule), Cornelia Maimon Levi (Claims Conference), Nadine Reuter (Jüdisches Museum Frankfurt), Katrin Schumann (Fachvorsitzende Gesellschaftslehre, Erich Kästner-Schule).

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Nadine Reuter (Jüdisches Museum Frankfurt) am Podium. 

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Cornelia Maimon Levi (Claims Conference) am Podium.


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