Ein Samstagabend im Frankfurter Stadion: Fangesänge, Torjubel, Gemeinschaft. Und mittendrin Schülerinnen und Schüler, für die dieser Abend weit mehr bedeutet als ein Fußballspiel.
Für die PUSCH-Klasse der Erich-Kästner-Schule Maintal war es ein Erlebnis, das bleibt – pädagogisch gewollt, menschlich kostbar. Gemeinsam mit Sozialarbeiter Philipp Kunberger und Klassenlehrerin Rita Zaumseil besuchte die PUSCH-Klasse der EKS letzten Samstag ein Heimspiel von Eintracht Frankfurt. Was von außen wie ein schöner Schulausflug wirkt, ist in Wahrheit gelebte Förderphilosophie: Jugendliche, die im Regelunterricht oft nicht ankommen, werden in außergewöhnlichen Situationen zu sich selbst gefunden.
PUSCH – „Praxis und Schule“ – ist ein vom Hessischen Ministerium für Kultus und Bildung aufgelegtes Förderprogramm, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit erheblichen Lern- und Leistungsrückständen, die ihren Hauptschulabschluss noch nicht erreicht haben. Ziel ist es, ihnen durch intensive individuelle Förderung genau diesen Abschluss zu ermöglichen – und damit den Weg in eine duale Ausbildung zu ebnen.
Dabei steht nicht nur das Fachliche im Mittelpunkt. Die PUSCH-Förderphilosophie setzt bewusst auf die „kontinuierliche Stärkung des Selbstwertgefühls durch positive Schulerfahrung“. Praxisorientierte Elemente sollen Jugendliche aktiv auf das Berufsleben vorbereiten und ihnen helfen, Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen. Ein Abend im ausverkauften Stadion ist genau das: eine positive Erfahrung, die Selbstwirksamkeit spürbar macht.
„Solche Erlebnisse sind kein Bonus – sie sind Teil der Förderung. Jugendliche, die sich als Teil einer Gemeinschaft erleben, kommen zurück.“
Die EKS Maintal ist als Integrierte Gesamtschule ein idealer Standort für PUSCH-Klassen – das Kultusministerium lässt das Programm ausdrücklich an Hauptschulen sowie an schulformübergreifenden integrierten Gesamtschulen zu. Dass die EKS diesen Weg geht, ist Ausdruck eines pädagogischen Selbstverständnisses, das kein Kind aufgibt.
Das Engagement des Teams rund um Philipp Kunberger (Sozialarbeiter des Trägers KUBI) und Rita Zaumseil (Klassenlehrerin) verdient besondere Anerkennung. Wer seine Zeit auch am Wochenende für diese Jugendlichen einsetzt, wer Vertrauen aufbaut, wo andere aufgegeben hätten, der leistet etwas, das in keiner Stundentafel steht – aber genau das ist es, was den Unterschied macht.
„Wer einmal gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern ein Tor bejubelt hat, weiß: Das ist mehr Schule, als es aussieht.“
Die Erich-Kästner-Schule Maintal ist stolz auf das, was PUSCH hier leistet – und blickt optimistisch voraus: Im kommenden Schuljahr 2026/27 wird die EKS aller Voraussicht nach gleich zwei PUSCH-Klassen führen, mit jeweils rund 12 Schülerinnen und Schülern. Das ist ein klares Bekenntnis zu einem Programm, das wirkt. Und ein klares Bekenntnis zu den Jugendlichen, die es brauchen.

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