Es geht aufwärts mit Bad Orb: Die wirtschaftlichen Kennzahlen steigen, die Einwohnerzahl wächst und der Tourismus gewinnt an Fahrt.
So ist die Zahl der Übernachtungen im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent gestiegen. Wie es mit dem „Wirtschaftsfaktor Gesundheitstourismus Bad Orb“ weitergeht, damit beschäftigten sich die Teilnehmer einer ganztägigen Klausurtagung, die Teil der Stadtleitbild-Diskussion ist.
Wirtschaftsprofessorin Dr. Ursula Funke, die Stadtleitbild-Prozesse bereits in 30 Städten moderiert hat, sieht „viel Potenzial“ in Bad Orb, aber auch einen „enormen Zeitdruck der Veränderung“, weil in der Kurstadt sehr viel liegen geblieben sei. Funke: „Es geht darum, Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen“. Es gibt 350 Kur- und Heilbäder in Deutschland. Schon aus Existenzgründen sei es deshalb geboten, gemeinsam zu marschieren, denn die Konkurrenz schlafe nicht.
Eine Botschaft, die man in Bad Orb offenbar versteht. So hatte Bürgermeister Roland Weiß zur Klausurtagung eingeladen und alle kamen: Vertreten waren die Reha-Kliniken, niedergelassene Ärzte, Physiotherapeuten und andere Gesundheitsdienstleister, die Toskana-Therme, die Werbegemeinschaft, der Hotel- und Gaststättenverband sowie der Geschäftsführer der Spessart Tourismus und Marketing GmbH, Bernhard Mosbacher, und Kurdirektor Dr. Jörg Steinhardt. Welche Potenziale hat der Standort Bad Orb? Und wie kann der Wirtschaftsfaktor Gesundheitstourismus mit konkreten Schlüsselprojekten gefördert werden? Darüber diskutierten die örtlichen Fachleute unter der Leitung von Detlef Jarosch aus München. Mit dem Experten für Gesundheitstourismus wurden die Stärken und Schwächen von Bad Orb herausgearbeitet und näher beleuchtet.
Handlungsbedarf im touristischen Privatmarkt
Während die drei Reha-Kliniken relativ gut dastehen, sieht man viel Luft nach oben im touristischen Privatmarkt. Also in dem Segment, der von Hotels, Pensionen und anderen Beherbergungsbetrieben, den Gesundheitsdienstleistern, der Gastronomie und dem Einzelhandel bedient wird. In der strategischen Ausrichtung des Bad Orb Tourismus möchte man unter den Überschriften „Aktiv erholen im Spessart“ und „Das medizinische Kompetenzzentrum im Spessart“ bestehende Angebote vernetzen und neue gestalten.
Die Entwicklung des Stadtleitbildes ist bisher eine Erfolgsgeschichte. Schon an der Auftaktveranstaltung hatten 600 Interessierte teilgenommen, also sechs Prozent der Wohnbevölkerung. Mit 160 Orberinnen und Orbern, die sich anschließend in vier Arbeitsgruppen trafen, war auch dort das Interesse bemerkenswert hoch. Ursula Funke, die deutschlandweit beachtete Standardwerke zum Themen Stadtleitbild und Stadtmarketing geschrieben hat, spricht von einer Aufbruchsstimmung, die deutlich sichtbar und beflügelnd sei. Die Wirtschaftsprofessorin berichtet von einer außergewöhnlich guten Stimmung in den bisherigen Sitzungen. Überall sei ihr der Wunsch und das Bewusstsein begegnet, dass endlich etwas gemacht werden müsse in Bad Orb.
Wie geht es weiter mit dem Stadtleitbild? Mit den Ergebnissen der Klausurtagung zum Thema Wirtschaftsfaktor Gesundheitstourismus wird sich jetzt die sogenannte Lenkungsgruppe befassen, die zum ersten Mal am Donnerstag, 26. Januar, tagt. Die Lenkungsgruppe erfasst alle Bevölkerungsgruppen. Auch eine zweite Klausurtagung mit einem zweiten Kernthema ist in Vorbereitung. Diese Klausurtagung wird sich mit der Innenstadt-Sanierung und dem Innenstadt-Marketing beschäftigen. Funke: „Papiere haben wir genug. Hauptziel des Stadtleitbildes ist dann die Umsetzung von Schlüsselprojekten“.
Foto: Klausurtagung zum Thema Wirtschaftsfaktor Gesundheitstourismus (von links): Georg Freund, Geschäftsführer der Reha-Klinik Küppelsmühle, Referent Detlef Jarosch, Bürgermeister Roland Weiß, Professor Dr. Ursula Funke und der Allgemeinmediziner und Badearzt Michael Stock.
Foto: Anika Broda
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