Gegenwind Bad Orb e. V. als Umweltverband anerkannt

Bad Orb
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Zum Jahresende 2018 erhielt der Verein Gegenwind Bad Orb e.V. vom Umweltbundesamt eine erfreuliche Meldung.

Dem  Verein wurde die Anerkennung zur Einlegung von Rechtsbehelfen nach § 3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz erteilt. Damit erhält Gegenwind Bad Orb  Mitwirkungs- und Klagerechte als anerkannte Umweltvereinigung. Der Geltungsbereich bezieht sich auf den hessischen Spessart, definiert durch die Gemeindegrenzen der hier befindlichen Gemeinden, u.a. Bad Orb, Bad Soden-Salmünster, Steinau, Jossgrund, Flörsbachtal, Gutsbezirk Spessart und auch dem bayrischen Deutelbach. Die Zulassung wurde erteilt, da der Verein vorwiegend Ziele des Umweltschutzes fördert, indem er sich vor allem mit den Auswirkungen der Windenergieanlagen auf Natur und Umwelt auseinandersetzt. Neben den umfangreichen Dokumentationen, welche der Verein über seine Aktivitäten beim Bundesumweltamt einreichen musste, wurden im vergangenen Jahr noch eine Reihe anderer Aktivitäten unternommen, damit die schöne Landschaft, der Wald und die Natur den Bürgern und Gästen für Erholung, Ruhe und Gesundheit erhalten bleiben.

"Im Mai des vergangenen Jahres konnte, auch mit Hilfe von Gegenwind Bad Orb der geplante Bau von vier Windkraftanlagen auf dem Tonkautenkopf bei Bellings, einem Ortsteil von Steinau,  verhindert werden. Der Firma Prokon schlug in einem überfüllten Saal heftigste Opposition durch die Bevölkerung entgegen. Die Veranstaltung war ein beeindruckendes Beispiel, wie die örtlichen Anwohner auf Windkraftprojekte in ihrer unmittelbaren Umgebung reagieren, wenn ihnen die Vor- und Nachteile gleichwertig vorgetragen werden. Im Juni erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt dem Investor Juwi die Baugenehmigung für sechs Windkraftanlagen auf dem Rosskopf bei Flörsbachtal. Damit wird im Spessart eine Schneise geschlagen, die Investoren für eine Reihe weiterer Windkraftprojekte nutzen werden. Um dies zu verhindern hat unsere benachbarte, klageberechtigte Bürgerinitiative „Windkraft im Spessart – In Einklang mit Mensch und Natur“ Klage erhoben. Der Klageweg ist sehr kostspielig. Der Vereinsvorstand sicherte der Nachbar-BI einen nennenswerten Betrag zur finanziellen Unterstützung zu", heißt es in einer Pressemitteilung.

Und weiter: "Im August hatten wir den Ressortleiter für Energietechnik des Deutschen Arbeitgeberverbandes Dr. Björn Peters zu Gast. Er beleuchtete die Energiewende von ihren wirtschaftlichen und technischen Seiten und kam zum Ergebnis, dass die deutsche Energiewende in eine Sackgasse geraten ist. Die einseitige Fokussierung auf wetterabhängige Umgebungsenergien hat zu keiner Kohlendioxid-Einsparung geführt, stattdessen wurden uns die höchsten Stromkosten in Europa beschert. Er forderte einen Neustart der Energiepolitik: Mehr Zeit für einen Ausstieg aus chemischen Energieträgern (z. B. Kohle), Abschaffung des Fördermechanismus für einzelne Energieträger, Absenkung staatlicher Umlagen auf Energie, Gasinfrastruktur als Zwischenlösung ausbauen und mutige Investition in Fusionskraftwerke für eine langfristige Energieversorgung. Im September führte der Vorstand gemeinsam mit Vereinsmitgliedern aus Bad Soden-Salmünster dort eine Informationsveranstaltung durch. Schwerpunkt war die Vorstellung der vom Regierungspräsidium Darmstadt geplanten Windvorrangflächen um die Stadt und ihre Ortsteile. Die Teilnehmer zeigten durch zahlreichen Fragen viel Interesse. Leider nehmen Herausforderungen und Aufgaben im neuen Jahr nicht ab. Das Hauptaugenmerk legt der Verein derzeit auf die im Frühjahr voraussichtliche Genehmigung des Regionalen Flächennutzungsplanes Erneuerbare Energien Hessen Süd. Wir rechnen damit, dass der Druck zum Bau von Windkraftanlagen auch in unmittelbarer Nähe von Bad Orb, Bad Soden-Salmünster und Steinau sowie im gesamten Spessart stark zunimmt. Das Thema Windkraft wird in der neuen Hessischen Landesregierung mehr denn je von den Grünen beherrscht. Die „grünen“ Ministerien  erarbeiten die politischen Vorgaben für Baugenehmigungen von Windkraftanlagen, für den Denkmalschutz und für den größten Waldbesitzer Hessenforst. Hier ist nichts Gutes zu erwarten. Zu allem Überfluss werden die Altkreise Gelnhausen und Schlüchtern mit vier Prozent ihrer Fläche weit überproportional mit Windvorrangflächen belastet. Selbst im Naturpark Spessart sind 3,2 Prozent der Flächen für Windkraftanlagen vorgesehen. Keinerlei Rücksicht nimmt das Regierungspräsidium auf die Problematik der Trinkwasserversorgung. Der Buntsandstein-Spessart ist ein Kluftgrundwasserleiter. Die Bodenbeschaffenheit könnte im Falle von Verunreinigungen beim Bau und Betrieb von Windkraftanlagen zu einer Beeinträchtigung von Trinkwasser und Heilquellen führen. Deshalb beauftragte der Vereinsvorstand zwei Experten zur Untersuchung der geologischen und hydrologischen Gegebenheiten verschiedener geplanter Windvorrangflächen. Wir arbeiten auch auf der „politischen Schiene“. So haben wir Mandatsträger und Bürgermeister unserer Region und die Fraktionsvorsitzenden der Regionalversammlung nicht nur auf die Problematik  von Windvorranggebieten in Wasserschutzgebieten im Buntsandstein-Spessart hingewiesen, sondern auch auf die gesundheitlichen Risiken der Bewohner und Erholungsuchenden. Einflussnahmen auf die Politik sind umso wirkungsvoller, je mehr Bürger sich melden. Deshalb ermutigen wir jede/n Einzelne/n, sich auch persönlich an Mandatsträger zu wenden. Z.B. finden Sie eine Liste der Abgeordneten in der Regionalversammlung auf der Homepage des Vereins Gegenwind Bad Orb https://www.gegenwind-bad-orb.de/regionalplan/."

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