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Einheitlich gekleidet und mit stilisierten Schweinemasken und Barcode-Clip am Ohr sowie einem Banner mit der Aufschrift „Billigfleisch ist ein krankes System“ machten sie auf die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die fatale Billigfleischpolitik von Supermärkten aufmerksam. Der Aktionstag fand gleichzeitig in mehr als 50 deutschen Städten statt. Anlass ist eine Supermarkt-Abfrage von Greenpeace zu den Frischfleisch-Eigenmarken der Supermarktketten Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe. (Report: www.greenpeace.de/abfrage-fleischsortiment)

Das Ergebnis: Rund 90 Prozent soll von Schweinen, Rindern oder Hühnern stammen, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten worden seien – im Handel gekennzeichnet als Haltungsform 1 oder 2. Kaum eine Filiale biete Fleisch der besseren Haltungsform 3 an. Angebote von Produkten aus der Haltungsform 4 (u.a. Bio-Produktion) würden 2020 auf sehr niedrigem Niveau verharren. „Der Handel ist mit seiner Einkaufspolitik maßgeblich dafür verantwortlich, dass Mensch, Tier und Klima massiv durch die industrielle Fleischproduktion geschädigt werden”, sagt Chris Sperber-Pretzl. Ansprechpartnerin von Greenpeace Gelnhausen. „Wir fordern die großen Ketten auf, Billigfleisch zügig aus dem Sortiment zu nehmen und Landwirte fair zu bezahlen. Nur dann können Tiere artgerecht gehalten werden.“

Die Infoaktion fand am 17.10. von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr in Bad Orb statt. Wer sich für weniger Tierleid und bessere Fleischprodukte im Kühlregal einsetzen wollte, konnte am Greenpeace-Infostand eine Protestkarte an die Marktleitung seines Supermarktes ausfüllen. „Die Kennzeichnung mit der Haltungsform schafft zwar grundsätzlich Transparenz. Wenn Kundinnen und Kunden aber fast ausschließlich Billigfleisch kaufen können, verkommt die Kennzeichnung zu Greenwashing”, sagt Chris Sperber-Pretzl. Passantinnen und Passanten erhielten Informationen zur Haltungskennzeichnung und einen kleinen Ratgeber, der auf einen Blick zeigt, welches Siegel aus Greenpeace-Sicht aussagekräftig ist.

Zusätzliche Greenpeace-Recherchen in Filialen

Greenpeace-Ehrenamtliche hatten parallel zur Abfrage in 294 Filialen aller befragten Händler bundesweit das Schweinefleischsortiment unter die Lupe genommen. "Massive Lücken bei der Haltungskennzeichnung gibt es an den Bedientheken von Edeka, Kaufland und Rewe: Dort haben lediglich fünf Prozent der von Greenpeace besuchten Märkte das Schweinefleisch ausreichend gekennzeichnet. Während Kaufland gegenüber Greenpeace angab, an allen Theken zu kennzeichnen, zeigt sich vor Ort ein anderes Bild: In 14 von 16 besuchten Kaufland-Filialen war das Frischfleisch-Angebot bei Schwein an der Theke gar nicht markiert", heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

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