Lions informierten sich über Herausforderungen der Energiewende

Bad Orb
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Der überregional bekannte Fachmann für Energiefragen, Dipl.-Ing. Jürgen Schöttle aus Heusenstamm, referierte über technische und wirtschaftliche Fragen der Energiewende.

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Jürgen Schöttle war vor seinem Ruhestand 40 Jahre im Kraftwerksbau bei Siemens in den Bereichen Konstruktion, Berechnung, Bauleitung und Inbetriebsetzung tätig. Über viele Jahre leitete er den Bereich für Instandhaltung der von Siemens gelieferten Kraftwerksflotte gemeinsam mit einem Team von mehreren hundert Ingenieuren. Im Mittelpunkt seines Vortrages stand die Frage, ob und wie Deutschland den gleichzeitigen Ausstieg aus der Kernenergie und der Kohle meistern kann. Besonders wurde hinterfragt, ob mit ausschließlicher Nutzung erneuerbarer Energien (Wasser, Wind, Sonne, Bioenergie) eine gesicherte Stromversorgung gewährleistet werden kann. Es ging also nicht um die Frage, Klima- oder Energiewende ja – nein, sondern um eine Betrachtung der Frage, ob das deutsche Konzept der Energiewende technisch – physikalisch unter wirtschaftlichen Bedingungen machbar ist. 

Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens bis zum Jahr 2035 zu erreichen, müsste der Ausbau der erneuerbaren Energien in jedem Jahr um etwa die gleiche Leistung an Solar- und Windkraftanlagen erweitert werden, wie sie derzeit vorhanden ist. Beispielsweise müssten die 30.000 Windkraftanlagen mehr als verzehnfacht werden, selbst unter Berücksichtigung von Anlagenvergrößerungen und höherem Wirkungsgrad. Eine besondere Herausforderung ist die hohe Volatilität von Solar- und Windkraftanlagen. Wenn insbesondere im Winterhalbjahr für längere Zeit weder die Sonne scheint noch Wind bläst, man spricht von einer „Dunkelflaute“, müssen andere Energiequellen einspringen. Mit jetzigen Speichermöglichkeiten (Wasserspeicher, Nord-Link-Leitung, Batterien in Haushalten und Autos) können nur weniger als 10 Prozent des Energiebedarfs für kurze Zeit befriedigt werden. Deshalb führt kein Weg am „Power to Gas – Gas to Power“ Konzept vorbei. Ein Teil davon ist die Herstellung von Wasserstoff, trotz niedrigem Wirkungsgrad.

Jürgen Schöttle erläuterte auch die wirtschaftlichen Auswirkungen, die mit den heutigen Plänen zu sehr hohen Kosten, jedoch zu geringen Ergebnissen führen werden und das bei sinkender Versorgungssicherheit. Anstatt die Erneuerbaren Energien-Umlagen in wetterabhängige Energiesysteme zu stecken, sollte das Kapital in Bildung und Grundlagenforschung investiert werden. Kurzfristig müssen Gaskraftwerke gebaut werden, die Gasversorgung sichergestellt und der Netzausbau forciert werden. Langfristige Maßnahmen sind Kohlendioxid-Abscheidung und -speicherung und der Bau von Reaktoren der Generation 3+ und der Generation 4, wie sie weltweit entwickelt werden sowie Fusionsanlagen.
Die Anwesenden stellten kritische Fragen an den Referenten und diskutierten angeregt."

Foto: Lions-Präsident Roman (links) Oestreicher dankte Jürgen Schöttle für seinen Vortrag.



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