Hans Konrad Neuroth
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An diesem Tag ist es exakt 100 Jahre her, dass der damalige Reichsaußenminister und jüdische Industrielle Dr. Walther Rathenau ermordet wurde. Das hatte für Deutschland verheerende Folgen. Die Stadt Bad Orb will an dieses Ereignis erinnern. Das Gedenken wird am 24. Juni ,18 Uhr, am Gedenkstein des jüdischen Friedhofs in der Rhönstraße, noch vor der Bergmesse und dem Johannisfeuer, stattfinden. Sitzgelegenheiten sind hier vorhanden. Bei schlechtem Wetter findet die Gedenkstunde in der König-Ludwig I-Stiftung statt.

Was geschah damals?

Walther Rathenau fährt an diesem Tag im offenen Wagen in sein Büro im Auswärtigen Amt. Sein Fahrzeug wird von einem weiteren verfolgt. In diesem Wagen sitzen die drei Attentäter. Alle drei sind Mitglieder der „Organisation Consul“, einem rechtsextremen Verband, der zum Ziel hat, die Republik zu stürzen und das Kaiserreich wiederherzustellen. Rathenau, groß gewachsen, hoch intelligent und von ausgeprägtem Charisma, verkörpert für sie die Demokratie. Für sie ist er sozusagen der „Gegenkaiser“, der unbedingt wegmuss. Der Mord an ihm ist für die „Organisation Consul“-Verschwörer nur folgerichtig. Sie hoffen, dass dieser Mord einen Aufstand auslösen wird, den die Armee dann niederschlagen kann. Sie hoffen auf das Ende der Republik.

Die Täter setzen zum Überholen an. Einer richtet eine Maschinenpistole auf den Reichsaußenminister und drückt ab. Der zweite wirft noch eine Handgranate in den Wagen. Das von mehreren Schüssen getroffene Opfer sinkt in sich zusammen. Walther Rathenau (55) ist tot.

Dieser Tod erschütterte Deutschland. Zum Trauerzug kam eine Million Menschen. Fast fünf Millionen Reichsmark wurden gesammelt und als Kopfgeld auf die Ergreifung der Täter gesetzt. Zwei der Attentäter kamen bei der Festnahme um, der dritte wurde verurteilt.

Ulrich Freund, der sich seit langem mit der Person Rathenau beschäftigt, wird die Hintergründe, die zu diesem Mord führten, erläutern. Rathenau hat die tiefe Kluft zwischen der Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Elite und der Diskriminierung und Verleumdung als Jude traumatisch erlebt. Letztlich haben ihn aber sein menschlicher Anstand und sein positives Engagement das Leben gekostet.

Bürgermeister Tobias Weisbecker wird sich im Rahmen der Gedenkstunde der Gegenwart widmen und die Parallelen zwischen Rathenaus Tod und der Ermordung Walter Lübckes aufzeigen. Lübcke war bekennender Christ. Sein soziales Engagement in der Flüchtlingskrise hat ihn das Leben gekostet.

Zu Rathenaus Zeiten war die Parole noch „Volk ohne Raum“. Heute sprechen die Rechten von der Umvolkung“, und trotzdem wisse man, dass ohne Zuwanderung Deutschland bald ein Raum ohne Volk sein wird.

Gerade weil der Rechtsextremismus derzeit regelrecht ausufert sind die Ereignisse von vor 100 Jahren auch heute von großer Bedeutung, erklären Freund und Weisbecker.

Termin: 24. Juni ,18 Uhr, am Gedenkstein des jüdischen Friedhofs in der Rhönstraße.


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