Stadtwald-Bäume erhalten Einzelschutz

Bad Orb

Aufmerksamen Wanderern im Bereich Friesenheiligen dürfte es nicht entgangen sein.

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Seit Kurzem sind einige der im Bestand nachwachsenden Bäumchen mit Kunststoffbändern umwickelt und Andere mit einer klebrigen Masse bestrichen. Was zunächst etwas merkwürdig aussieht, erfüllt einen Zweck. Die aus Naturverjüngung, also aus dem Samen der Bäume ohne menschliches Zutun, gewachsenen Bäumchen, sollen so vor Schädigungen durch das heimische Wild geschützt werden. Initiiert wurde die Maßnahme durch die Jagdpächter des Jagdreviers V im Stadtwald Bad Orb. Auf deren Einladung trafen sich kürzlich weitere Jäger und Mitglieder der städtischen Gremien sowie der Stadtverwaltung in der Waldabteilung nahe der Bieber Hütte. Dr. Ulrich Dehmer, Mitpächter in diesem Jagdrevier, stellte den Teilnehmern der Exkursion Sinn und Zweck der Schutzmaßnahmen vor.

In seiner Begrüßungsrede wies Dr. Dehmer auf die sich in den letzten Jahren um 600% gestiegenen Abschusszahlen und die Bereitschaft der Jäger hin, sich aktiv für den Schutz des Waldes und für lebensraumverbessernde Maßnahmen für das heimische Wild einzusetzen. Bürgermeisterin Helga Uhl dankte den Jägern für ihre Unterstützung und sagte im Hinblick auf die zurückliegenden Diskussionen, dass es nun gelte, den Blick wieder nach vorne zu richten und gemeinsam die Aufgaben anzugehen, um die Nachhaltigkeit des Waldes als wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Stadt zu fördern. Nach den einführenden Worten begab sich die Gruppe in den nahegelegenen Baumbestand um einige der zahlreich vorhandenen und schützenswerten Jungpflanzen zu behandeln. Diese Arbeit bereitete insbesondere den Kindern sichtlichen Spaß und ganz nebenbei konnten sie aktiv miterleben, welche Vorgänge im Wald ablaufen und wie vielfältig das Leben am Waldboden ist.

Stadtförster Armin Desch erläuterte die Wichtigkeit angepasster Wildbestände für ein Funktionieren der natürlichen Verjüngung des Waldes. Denn, so gab er zu Bedenken, solange diese nicht an den Lebensraum Wald angepasst seien, müssten solche Maßnahmen im ganzen Stadtwald erfolgen um einen Generationenschluss aller vorhandenen Baumarten flächendeckend zu gewährleisten. Dies sei jedoch aus Deschs Sicht weder von der Arbeitkraft her leistbar noch finanzierbar, aber auf dem Weg dahin, seien alle zielgerichteten Einzelschutzmaßnahmen hilfreich und würden deswegen von ihm unterstützt. Es wurde auch festgestellt, das sich der Wald bereits deutlich besser von alleine verjüngt , als in den zurückliegenden Jahren. Auf einem Quadratmeter Waldboden wurden mehr als 30 unverbissene Jungpflanzen gefunden. Dies entspricht 300.000 Jungpflanzen auf einem Hektar, ein sehr gutes Ergebnis für einen sich selbst verjüngenden Wald. Bei Kaffee und Kuchen wurden im Anschluss an die Aktion noch Meinungen und Argumente ausgetauscht. Die Jäger versprachen, die Wildbestände auch weiterhin so einzuregeln, dass solche Schutzmaßnahmen in Zukunft überflüssig werden.

Hierbei könnte auch die Bevölkerung helfen, da das Wild auch entsprechend vermarktet werden müsse. Eine Anregung war deshalb die Kontaktaufnahme mit den Vereinen damit diese bei Veranstaltungen entsprechende kulinarische Angebote machen.

Foto: Die Kinder hatten sichtlich Spaß dabei, die jungen Bäumchen zu schützen.


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