Auf einem Großteil des geprellten Mietzinses bleibt vermutlich ein Vermieter aus Bad Orb sitzen.
Ein Pärchen hatte seine Wohnung im Juni 2011 angemietet und war am 15. August eingezogen. Anschließend zahlten beide eine halbe Monatsmiete, mehr nicht. Vor dem Amtsgericht Gelnhausen mussten sie sich jetzt wegen Betruges verantworten.
Der Vermieter wurde von beiden nämlich aufs Glatteis geführt. Bei der Mieterselbstauskunft hatten sie verschwiegen, dass sie bereits vor Gericht eine eidesstattliche Versicherung zu ihren Vermögensverhältnissen abgegeben haben. Der 53-jährige Angeklagte tat dies am 5. Mai 2011, seine vier Jahre jüngere Lebenspartnerin bereits am 5. März 2011. Das Ergebnis war bei beiden identisch: Es ist keinerlei Vermögen vorhanden.
Hätte der Vermieter dies gewusst, wäre der Mietvertrag vermutlich nicht zustande gekommen. Als er allerdings davon erfuhr, war es zu spät. Das Pärchen hatte sich eingenistet und lebte in seiner Wohnung, ohne Miete zu bezahlen. „Dabei ist ein Schaden von 10.000 bis 12.000 Euro entstanden“, war der Vermieter zunächst erbost, als ihm mitgeteilt wurde, dass das Verfahren gegen die beiden Angeklagten vorläufig eingestellt wird. Darauf hatten sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung bereits im Vorfeld der Verhandlung in einem nicht öffentlichen Gespräch geeinigt.
Kleiner Trost für den Vermieter: Als Auflage für die vorläufige Einstellung des Verfahrens wurde beiden auferlegt, binnen einer Woche jeweils 1.500 Euro an den Vermieter zu zahlen. Was zunächst nach einem schlechten Geschäft für den Vermieter aussieht, könnte letztlich mehr sein, als er im Normalfall bekommen würde. „Hätte ich eine Geld- oder Freiheitsstrafe verhängt, würden sie gar nichts bekommen, das geht vielen Vermietern so“, klärte ihn Richter Dr. Ott auf. Und die Verteidiger deuteten bereits an, dass mit den insgesamt 3.000 Euro die Mittel ihrer beiden Mandanten erschöpft seien. „Wo nichts ist, kann man auch nichts holen“, konnten die abschließenden Worte von Richter Ott den geprellten Vermieter allerdings nur wenig trösten.
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