Arbeitskreis „Stolpersteine“: Neuer Namen, neue Inhalte

Bad Orb
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Auf Anregung des Bad Orber Ehrenbürgers Ulrich Freund soll der Arbeitskreis „Stolpersteine“ (Sprecher: Dr. Jürgen Blumenthal), der sich bisher mit der Verlegung der Stolpersteine darum bemüht hat, die Erinnerung an die ehemalige jüdische Gemeinde wachzuhalten, einen neuen Namen, weitere Mitglieder und weitere Inhalte bekommen.

Ein erstes Treffen ist für Mittwoch, 11. Januar, 18 Uhr, im Saal der König-Ludwig-Stiftung geplant. Der Eingang befindet sich links neben dem alten Krankenhaus im ehemaligen Gebäude St. Elisabeth. Die Einladung richtet sich an die Mitglieder des bisherigen Arbeitskreises Stolpersteine und an alle Menschen, die das Erbe der jüdischen Gemeinde Bad Orb bewahren wollen. „Mir scheint“, sagt Freund, „dass in den letzten Wochen und Monaten unter den offiziellen Repräsentanten der Juden in Deutschland eine Meinungsänderung beobachtbar ist.'

Lange Zeit stand die Wahrnehmung der deutsch-jüdischen Verhältnisse vornehmlich unter dem Trauma der Shoa. Auch hier in Bad Orb stand der Gedanke des 9. November recht isoliert im Vordergrund und dies, obwohl das Buch über die jüdische Gemeinde von Helga Koch und Pfarrer Löber auch andere Zugänge der Erinnerung möglich machten.

Der soeben wiedergewählte Vorsitzende des Zentralrats der Juden, der Mediziner Joseph Schuster, sagt in einem ersten Statement, dass er in Zukunft die “positiven Elemente des Judentums“ stärker in den Vordergrund stellen  wolle. Und Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der Münchner Gemeinde hat bereits im Oktober dem „Stern“ gesagt: „Das Judentum darf sich nicht allein über den Holocaust definieren und darf auch nicht auf die Opfergeschichte reduziert werden."

Für Bad Orb schlägt er deshalb vor, den ,,Arbeitskreis Stolpersteine" offener zu definieren und ihn in ,,Arbeitskreis jüdisches Leben" umzubenennen. Dies schließe nicht nur die Gedenktage der Shoa, sondern auch die Musik, Literatur, Religion, Politik und die Gedenktage an die frühere jüdische Gemeinde mit ein. Vorbild sei die Stadt Bad Kissingen, die im Jahr 2022 ein großes Programm mit zahlreichen Veranstaltungen aufgelegt habe, das allerdings nur finanzielle Unterstützung aus staatlichen Quellen ermöglicht worden sei. „Das wird in Bad 0rb so nicht laufen können; aber es muss in einem anderen Rahmen doch auch möglich sein.
Es sind also zwei Bereiche, die dieser Arbeitskreis erarbeiten sollte, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch.“


Die Stadt Bad Orb solle weiterhin Rechtsträger aller Veranstaltungen bleiben, wie das bisher schon gewesen sei.Dem Arbeitskreis würde die inhaltliche Gestaltung der Gedenkfeiern zufallen. Neu wäre ein Kulturprogramm, das einerseits aus lnfo-Veranstaltungen; aber auch aus Konzerten, Lesungen und politischen Diskussionen bestehen könnte. „Wenn wir alle sechs bis acht Wochen eine Veranstaltung durchführen, dann ist das für den Anfang durchaus genug.“ Andere Vereine und politische Gruppierungen sollen einbezogen werden. „Die Normalität jüdischen Lebens im alten Orb darzustellen“, so Freund, „ist wichtig und hat mit dem Buch von Helga Koch und Pfarrer Jochen Löber bereits eine Grundlage.“ Dass eine solche Initiative einerseits auf Zustimmung aber andererseits auch auf Widerspruch stoßen werde, sei wohl selbstverständlich und notwendig, denn dadurch werde das Anliegen des Arbeitskreises belebt.

„Nachdem nun das Weihnukka-Fest recht erfolgreich stattgefunden hat, schlagen wir ein Treffen am Mittwoch, 11 Januar, 18 Uhr, im Saal der König-Ludwig-Stiftung vor.“  „Wem dieser Termin nicht möglich ist, der möge sich bei mir melden, dann
wird ihm das Protokoll von mir zugesandt. Ich hoffe, damit einen Anfang gemacht zu haben und grüße alle recht freundlich.“


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