Flammeninferno in Bad Orb: Michael Reinhard schreibt über Kirchenbrand 1983

Bad Orb
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Es ist eine Katastrophe, die Bad Orb nicht vergessen kann – ein Feuer, das mehr verschlang als Holz, Stein und Kunstschätze. Michael Reinhard, der als junger Journalist die Asche der Martinskirche unter seinen Sohlen fühlte, entführt die Leserinnen und Leser mit seinem Tatsachenroman „Das Geheimnis des Flammeninfernos von Sankt Martin“ in die schicksalhafte Weihnachtsnacht des Jahres 1983. Damals legte ein verheerender Großbrand die historische Martinskirche in Schutt und Asche.



Sein Buch ist eine gelungene Vermischung aus faktischer Wahrheit und fiktionaler Erzählkunst. Es versucht nicht nur das Rätsel um die Brandursache zu entschlüsseln, sondern wirft auch einen tiefen Blick in die Seele seiner Heimatstadt Bad Orb. „Als junger Journalist war ich Augenzeuge dieses Flammeninfernos. Ich sah mit an, wie die Kirche ein Raub der Flammen wurde. Noch heute kann ich das Gefühl der Trauer und Fassungslosigkeit in mir abrufen, das ich empfand, als das Feuer alles verzehrte“, erinnert sich Reinhard. 

Für sein Buch nutzte der Autor unter anderem sein umfangreiches Archiv an Notizen, Recherchen und Artikeln aus seiner Zeit als Reporter beim Gelnhäuser Tageblatt, um die Ereignisse, die Bad Orb für immer verändert haben, lebendig werden zu lassen. Dank seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Journalist gelingt es ihm, eine atmosphärisch dichte Erzählung zu schaffen, die den Leser von der ersten Seite an packt. Seine detailreichen Beschreibungen und authentischen Dialoge ziehen die einen tief in das Herz von Bad Orb.

Das Werk strebt danach, das Rätsel der Brandnacht vom 25. Dezember 1983 fiktiv zu lösen und ist zugleich eine Hommage an die Heimatstadt des Autors. Die Leserschaft wird Zeuge, wie die erdachten Charaktere Esther Ziegel und Lothar Berg, unterstützt von der Biochemikerin Dr. Lena Hartmann, in den Tiefen einer vergessenen Vergangenheit graben, um die Wahrheit hinter dem Feuer zu enthüllen – eine Wahrheit, die von der Stadt seit vier Jahrzehnten gesucht wird.

Während Lothar und Esther tiefer in das Gewebe der Stadtgeschichte eindringen, stoßen sie auf ein verwobenes Netz aus Geheimnissen, Lügen und halbvergessenen Legenden, die sich um die Ruinen der Martinskirche ranken. Ihre Suche führt sie durch die dunklen Gassen der Vergangenheit, in denen sie nicht nur mit den Schatten derjenigen konfrontiert werden, die in jener Nacht eine fragwürdige Rolle spielten, sondern auch mit ihren eigenen Dämonen und Zweifeln. Berg und Ziegel sind das Herz und die Seele der Erzählung und repräsentieren das menschliche Bedürfnis, die Nebel der Vergangenheit zu durchdringen.

„Das Geheimnis des Flammeninfernos von Sankt Martin" ist mehr als nur die Aufklärung eines alten Geheimnisses; es ist eine Hommage an die Kraft der menschlichen Verbundenheit, die Fähigkeit zur Überwindung von Tragödien und die unendliche Suche nach Wahrheit. Reinhards Erzählung lässt nicht nur die Grenzen von Realität und Fiktion verschwimmen, sondern lotet auch die tiefsten Ecken der menschlichen Seele aus.

Das Werk ist im Buchhandel und online erhältlich.

„Die Tragödie von 1983 ist auch ein Teil meiner eigenen Geschichte“

Was hat Sie dazu bewogen, „Das Geheimnis des Flammeninfernos von Sankt Martin" zu schreiben?
Michael Reinhard: Nach Jahrzehnten des Berichtens über reale Ereignisse fühlte ich den Drang, die Grenzen des Journalismus mal zu überschreiten und mich in die Freiheiten der Belletristik zu begeben. Die Tragödie von 1983 in Bad Orb ist ein Teil meiner eigenen Geschichte. Als Augenzeuge dieses verheerenden Brandes hat mich das Ungelöste der Ereignisse nie losgelassen. Mit diesem Buch wollte ich der Geschichte, die ich einst als Journalist verfolgte, zumindest literarisch ein Ende setzen.

Sie haben in Ihrer Karriere sicher viele bedeutende Geschichten geschrieben. Gibt es eine Verbindung zwischen Ihrer journalistischen Arbeit und Ihrem neuen Buch?
Reinhard: Absolut. Journalismus und Belletristik sind nicht so verschieden, wie man meinen könnte. Beide erfordern eine tiefgründige Recherche und das Streben nach Wahrheit, obwohl sie in der Belletristik manchmal fiktiv sein kann. Die Fähigkeit, Fakten in eine packende Erzählung zu verwandeln, die ich als Journalist gelernt habe, war sicherlich eine gute Voraussetzung, um ein solches Buch zu schreiben.  

In „Das Geheimnis des Flammeninfernos von Sankt Martin" vermischen Sie Fakten und Fiktion. Wie halten Sie diese beiden Elemente im Gleichgewicht?
Reinhard: Ich glaube, das Herz jeder Geschichte liegt in ihrer Glaubwürdigkeit. Die historischen Fakten des Brandes und die authentischen Aussagen der Zeitzeugen bilden das Skelett der Erzählung. Um dieses herum habe ich eine Schicht aus Fiktion gewoben, die dem Ganzen Fleisch und Blut verleiht, ohne die Wahrhaftigkeit der realen Begebenheiten zu untergraben.

Die Charaktere Lothar Berg und Esther Ziegel führen durch die Geschichte. Wie sind Sie bei ihrer Entwicklung vorgegangen?
Reinhard: Ich wollte ich Charaktere erschaffen, die nicht nur die Suche nach Wahrheit verkörpern, sondern auch die emotionalen Herausforderungen, die mit einer solchen Suche einhergehen. Ich habe sie mit Eigenschaften ausgestattet, die ich während meiner journalistischen Arbeit bei echten Personen geschätzt habe – Hartnäckigkeit, Integrität, Aufrichtigkeit und Mitgefühl. Bei Esther fiel mir das nicht besonders schwer, die Figur zu formen. Da hatte ich eine spezielle Journalistin vor Augen, die ich kenne und deren Arbeit ich schätze…

Was war die größte Herausforderung bei der Verbindung von Realität und Fiktion?
Reinhard: Die größte Herausforderung war, die Würde der realen Ereignisse und der betroffenen Menschen zu wahren, während ich eine fesselnde und unterhaltsame Geschichte erzähle. Es ging darum, eine Balance zu finden, die sowohl respektvoll als auch kreativ ist.

Zum Schluss: Was möchten Sie Ihren Lesern mit „Das Geheimnis des Flammeninfernos von Sankt Martin“ vermitteln?
Reinhard: Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern zeigen, dass es in der Vergangenheit immer Geschichten gibt, die darauf warten, erzählt zu werden. Und dass es möglich ist, durch Fiktion Einblicke in die menschliche Natur und unsere kollektive Geschichte zu gewinnen. Ich hoffe, dass das Buch nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt und zu Gesprächen inspiriert.

Über den Autor
Michael Reinhard (Jahrgang 1958) studierte nach dem Besuch des Domgymnasiums in Fulda Journalismus an der FU Berlin, wo er auch mehrere Jahre als Lehrbeauftragter tätig war. Zuletzt leitete er 21 Jahre lang, bis Oktober 2022, als Chefredakteur die Redaktion der Main-Post in Würzburg. Davor arbeitete der gebürtige Bad Orber für den Gießener Anzeiger (Chefredakteur), die Frankfurter Rundschau, die Berliner Morgenpost sowie den Tagesspiegel und das Gelnhäuser Tageblatt. Er ist Vater von drei erwachsenen Kindern und dreifacher Großvater. Im vergangenen Jahr hat er zwei Kinderbücher veröffentlicht: Wunni und die Galaktischen und Komm, wir fragen mal Opa!

michaelreinhard azt


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