Bad Orb: Ex-Paar überlässt Tiere ihrem Schicksal

Bad Orb
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Die Wohnung des Paares hatte das Flair einer Zoohandlung. Zahlreiche Tiere unterschiedlichster Arten lebten dort. Doch dann trennten sich die beiden – und die Lebewesen wurden sich selbst überlassen. Deswegen landeten die beiden Personen nun vor dem Amtsgericht Gelnhausen. Zwei Kaninchen, zwei Meerschweinchen, zwei Chinchillas, zwei Katzen, sechs Ratten, eine Maus und über 40 Zierfische unterschiedlichster Rassen hatte sich das Duo angeschafft. Als sie sich dann Ende 2020 trennten und beide in unterschiedliche neue Unterkünfte zogen, überließen sie die Tiere in der Bad Orber Wohnung ihrem Schicksal.



Laut ihren Aussagen vor Gericht war jeder in dem Glauben, der andere würde sich kümmern – ein Irrdenken. Rund eine Woche später war ein Teil der Lebewesen tot, andere in einem erbarmungswürdigen Zustand: hochgradig abgemagert und ungepflegt, teilweise mit Hornhauttrübung, Lungenentzündung und von Parasiten befallen. Die Staatsanwaltschaft Hanau warf dem Duo vor, den Wirbeltieren unnötig Schmerzen bis hin teilweise zum Tod zugefügt zu haben. Ein schwerer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz durch Unterlassen.

Die 51-Jährige räumte ein, ein Großteil der Tiere etwa ein Jahr zuvor angeschafft zu haben. Die Fische hätten sich bereits in der Wohnung befunden. Irgendwann sei sie mit der Haltung völlig überfordert gewesen. Dann kam auch noch die Trennung von ihrem Partner, die sie „ziemlich mitgenommen“ habe. „Ich kam einfach nicht mehr zurecht“, erklärte die Frau, die jetzt in einer anderen Gemeinde im Altkreis Gelnhausen lebt. Sie zeigte sich über ihr eigenes Handeln „sehr schockiert“. Eigentlich habe sie Tiere in ihrem Leben sehr geschätzt, da sie Zuneigung eher zurückgeben würden. Von Menschen sei sie diesbezüglich immer wieder enttäuscht worden.

Auch ihr 34-jähriger Ex-Partner, der heute im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart wohnt, räumte die Vorwürfe ein. Man habe sich nicht abgesprochen, wer die Pflege nach der Trennung übernimmt. Das sei ein Fehler gewesen.

Beide gaben an, heute keine Tiere mehr zu halten. Zu sehr habe sie dieses Erlebnis geprägt. „Tiere sind keine Blumentöpfe“, mahnte Richter Wolfgang Ott. Weil beide sich im Zuge der Ermittlungen aber kooperativ und geständig gezeigt hätten, stellte er in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Hanau die Strafverfahren ein. Allerdings müssen beide jeweils einen Betrag von 750 Euro an den Tierschutz Main-Kinzig bezahlen. / hd


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


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