Immer zur Stelle: Das Nähteam der Theatergruppe „Peter von Orb“

Das Nähteam (von links): Rita Sohr, Liesel Ruppert, Gisela Schmidt, Edith Hartmann, Hildegard Auerbach, Ricarda Torres und Andrea Blum.

Bad Orb
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Eines der großen und sicheren Standbeine der Theatergruppe „Peter von Orb“ im Kulturkreis Bad Orb (Abteilungsleitung: Alan Eurich, Ann Christin Blum) ist das Nähteam.



Viele Stücke stehen und fallen auch mit den Kostümen. Kaum dass feststeht, was gespielt wird, fangen die Nähmaschinen an zu rattern – und das praktisch bis zum letzten Tag vor der Premiere. Schließlich stehen immer wieder kleine Korrekturen an, müssen Kleidungsstücke verändert, ergänzt oder angepasst werden. Im Jubiläumsjahr 2024 stehen über 40 Mitwirkende (Jugendgruppe und Schauspielabteilung) auf der Bühne. Sie passend einzukleiden, ist eine große Aufgabe.

Die Nähstube und der umfangreiche Fundus stehen unter der Leitung von Andrea Blum. Sie steht in engem Kontakt zum Regisseur der Holzhof-Festspiele Michael Heim und den Regisseuren der Jugendgruppe Michaela Hähndel und Todd Jenkins. Die jeweiligen Kostüm-Vorstellungen müssen Theorie und Praxis standhalten, sowohl zum Stück und den Darstellern als auch zur Epoche, in der es spielt, passen. Das ging inzwischen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Fachbücher über Moden und Kleidung oder Recherchen im Internet helfen, umsetzbare Ideen für die Kostüme zu entwickeln. Und gut bewegen muss man sich in seinem Gewand auch können.

In der König-Ludwig I.-Stiftung entstehen in der Nähstube die Kostüme in unzähligen Stunden harter Arbeit. Nur sehr selten wird ein Teil hinzugekauft oder ausgeliehen. Auch werden vorhandene geeignete Kleidungsstücke aus früheren Produktionen so umgearbeitet, dass sie zum jeweiligen Schauspiel und den Rolleninhabern passen. „Allerdings müssen alljährlich zahlreiche Kostüme neu genäht werden“, erklärt Andrea Blum, „und das oftmals ohne Schnittmuster nur mit den Ideen, die man im Kopf hat und umzusetzen probiert.“

Passende Stoffe, Spitzen, Accessoires und vieles mehr müssen in Fachgeschäften ausgesucht und gekauft werden. Auch in diesem Jahr treffen sich seit Januar nähtechnisch talentierte Frauen mindestens einmal wöchentlich, um die Kostüme nach den Wünschen des Regisseurs zu gestalten, Änderungen vorzunehmen und neue Ideen zu verwirklichen. Für die speziellen Nähmaschinen erfolgte eine eigene Schulung. Ganz klar, dass enger Kontakt zu den Schauspielern gehalten werden muss, sodass in den Nähstunden alsbald auch Anproben stattfinden. Selbst auf dem Holzhof wird noch anprobiert, abgesteckt und kreiert. Natürlich darf der Spaß dabei nicht fehlen, und auch Kaffee und Kuchen sind in der Nähstube immer dabei. Das wissen auch die Spieler und genießen bei der Anprobe gerne das eine oder andere Stückchen.

„Im Sommer haben wir eine kostenlose Sauna in unseren Räumen“, schmunzelt Andrea Blum. „Wir probieren zwar immer, vor der Sommerhitze fertig zu werden; aber dieses Jahr funktioniert es leider wieder nicht. Es sind einfach zu viele Kostüme zu nähen oder herzurichten. Wir haben zurzeit einen Raum mit einem großen Zuschneidetisch, einen weiteren Raum mit sechs Nähmaschinen und natürlich unseren Fundusraum mit vielen Kostümen aus den letzten 25 Jahren. Leider ist alles viel zu klein und wir suchen schon längere Zeiten nach neuen Räumlichkeiten. Sie müssen aber auch finanziell tragbar sein.“ Nach dem Theater ist noch lange nicht Schluss in der Nähstube. Das Team trifft sich weiterhin; die gereinigten oder gewaschenen Kostüme müssen alle wieder in den Bestand zurücksortiert und gegebenenfalls zuvor noch ausgebessert werden.

Oftmals bekommt die Theatergruppe Kleiderspenden von Freunden des Theaters, die gerne angenommen und ordentlich einsortiert werden. Auch der Fundus muss regelmäßig aufgeräumt werden, damit der Überblick gewahrt bleibt. Das eine oder andere Stück wird dann aussortiert, wenn der Zahn der Zeit zu sehr daran genagt hat. „Wir haben das ganze Jahr zu tun, und freuen uns immer über neue Helfer, die uns unterstützen.“

Jetzt steht die Premiere der Holzhof-Festspiele mit „Zeus & Consorten“ (Ingo Sax) kurz bevor, und auch das Nähteam ist eng eingebunden. Ein Mix voll griechischer Mythologie, mit Philosophie, Geschichte, Fiktion und jeder Menge aktueller Anspielungen gemischt, sorgt mit Wortwitz und kuriosen Situationen für einen vergnüglichen Abend. Der Zuschauerbereich ist überdacht, und für Catering ist gesorgt. Aufführungen: 28. und 29 Juni, 5. und 6. Juli 2024, 19.30 Uhr, Sonntag, 30. Juni, 18 Uhr, Catering wird angeboten. Vorverkauf online unter https://www.yesticket.org/events/de/theatergruppe-peter-von-orb/ oder in der Spessart- Buchhandlung Bad Orb, Hauptstraße 30, Tel. 1425

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Das Nähteam (von links): Rita Sohr, Liesel Ruppert, Gisela Schmidt, Edith Hartmann, Hildegard Auerbach, Ricarda Torres und Andrea Blum.

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Erste Anproben (von links): Andrea Blum, Eberhard Eisentraud, Hanne Haschert, Harald Zischka, Josef Schüssler.


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