Bad Orb: Eintracht-Präsident Beck entschuldigt sich für Anti-Windkraft-Kampagne mit Strauss

Bad Orb

In einem Brief an die Mitglieder von Eintracht Frankfurt hat sich Präsident Matthias Beck für seine Unterstützung der Kampagne von Unternehmer Henning Strauss gegen den Bau von Windkraftanlagen in Bad Orb entschuldigt. Strauss will den vom dänischen Unternehmen Ørsted geplanten Windpark unbedingt verhindern und stattdessen sein Projekt eines Kur- und Heilwaldes realisieren. Eine Medienkampagne war von einem Offenen Brief begleitet worden, der von Bad Orbs Bürgermeister Tobias Weisbecker (CDU), Unternehmer und Ehrenbürger Henning Strauss sowie für viele überraschend auch von Matthias Beck unterzeichnet war.

Stadt Schlüchtern
Stadt Schlüchtern

In dem Brief an die Eintracht-Mitglieder nimmt der Präsident nun davon deutlich Abstand: „Zum Abschluss noch ein paar Worte zu einem Thema, das auch einige Mitglieder in den vergangenen Tagen beschäftigt hat: Meine Unterschrift unter einer Anzeige zu einer geplanten Windkraftanlage in Bad Orb. Ich habe mich daran beteiligt, da ich davon überzeugt bin, dass ein dort geplantes Trainingszentrum auch für unsere Sportlerinnen und Sportler ein Gewinn sein wird.“ Zwischenzeitlich habe er verstanden, dass dies von vielen Mitgliedern als Positionierung in einer kommunalpolitischen Angelegenheit oder gar gegen Windkraft verstanden worden sei. „Dies war nicht beabsichtigt und ich möchte mich daher bei Euch entschuldigen. Eintracht Frankfurt setzt sich bekanntermaßen seit mehreren Jahren intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch die Nutzung regenerativer Energien“, so der Eintracht-Präsident.

Diese Distanzierung von der Anti-Windkraftkampagne in Bad Orb kommt ebenso überraschend wie seine ursprüngliche Unterstützung. Das Unternehmen von Henning Strauss ist allerdings inzwischen ein bedeutender Sponsor des Fußball-Bundesligisten. Bei den Heimspielen im Deutsche Bank Park ist beispielsweise regelmäßig die Bandenwerbung von Strauss für seine Projekte in Bad Orb zu sehen. Bei einer Pressekonferenz in der Kurstadt fehlte Matthias Beck zuletzt aus gesundheitlichen Gründen, die ihn laut Brief an die Mitglieder auch noch eine Zeit lang beschäftigen werden.

Im Kampf gegen die Windkraftanlagen in Bad Orb geht der Stadt und Unternehmer Henning Strauss damit allerdings ein zumindest prominenter Unterstützer verloren. In dem Offenen Brief hatten die Unterzeichner dem Unternehmen Ørsted ein Ultimatum bis Ende des ersten Quartals 2025 gesetzt, um die Windkraftpläne aufzugeben. Ørsted verwies hingegen auf ein rechtsstaatliches Verfahren, nachdem das Projekt in dem ausgewiesenen Windvorranggebiet im Spessart bei Bad Orb gebaut werden kann. Strauss hat nichtsdestotrotz angekündigt, gegen den Windpark zu klagen, sollte Ørsted daran festhalten.


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