Das Unternehmen Ørsted kündigt in einer Pressemitteilung an, trotz des Widerstandes von Unternehmer Henning Strauss mit den Planung für den Windpark rund um Bad Orb ("Windpark Jossgrund") zu beginnen. Strauss hatte Pläne für einen Kur- und Heilwald vorgestellt, in dem kein Platz für Windkraftanlagen sein soll. Ørsted hingegen hat einen Vertraga mit Waldbesitzer "HessenForst" und will nun das Genehmigungsverfahren starten.
"Mit dem Windpark Jossgrund will Ørsted nicht nur saubere Energie erzeugen, sondern auch die Region nachhaltig stärken. Nach dem aktuellen Planungsstand können die drei Standortkommunen Bad Orb, Jossgrund und Biebergemünd mit jährlichen Einnahmen von rund 240.000 Euro aus den acht dort vorgesehenen Anlagen rechnen. Über die geplante Laufzeit von 25 Jahren ergibt sich so ein Betrag von insgesamt etwa 6 Millionen Euro", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmen mit.
Neue Freiräume für kommunale Haushalte
„Fakt ist, dass der Windpark Jossgrund vom ersten Tag der Inbetriebnahme an massiv in die regionale Wertschöpfung einzahlt“, betont Stefan Bachmaier, Geschäftsführer der Orsted Onshore Deutschland GmbH, die das Projekt plant und baut. „Die Kommunen erhalten damit neue finanzielle Spielräume, zum Beispiel für Investitionen in Bildung, Infrastruktur oder soziale Angebote.“ Die Zahlungen würden auf § 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) basieren. Diese Regelung ermögliche es Kommunen, finanziell stärker von Windenergieanlagen in ihrem Umfeld zu profitieren. Die Umsetzung der Regelung sei freiwillig. Ørsted biete den Standortkommunen in allen seinen Projekten eine solche Vereinbarung an – auch im Projekt Jossgrund. „Wir stehen für faire Partnerschaften mit den Standortkommunen und wollen, dass die Vorteile der Energiewende auch direkt vor Ort ankommen“, so Geschäftsführer Stefan Bachmaier.
Bürgerinnen und Bürger profitieren ebenfalls
Darüber hinaus habe sich Ørsted gegenüber HessenForst dazu verpflichtet, für den Windpark Jossgrund eine finanzielle Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen. Dafür biete das Unternehmen verschiedene Beteiligungsmodelle an, die auf die lokalen Wünsche und Ansprüche hin abgestimmt werden sein sollen. Eine häufig praktizierte Form sei dabei die gemeinwohl-orientierte genossenschaftliche Beteiligung mit einem hohen Maß an demokratischer Mitbestimmung, breiter wirtschaftlicher Teilhabe und regionalem Nutzen.
Vorbereitung des Genehmigungsverfahrens
Ørsted ist laut Angaben des Unternehmens im Moment auf Basis des Zuschlags von HessenForst und des entsprechenden Gestattungsvertrages mitten in der Vorbereitung des gesetzlich vorgeschriebenen Genehmigungsverfahrens für den in einem Windvorranggebiet gelegenen Windpark Jossgrund. Zweck des Verfahrens nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) sei es, „vor schädlichen Umwelteinwirkungen zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen”, wie es dort im ersten Absatz heiße. Sobald es in das eigentliche Genehmigungsverfahren gehe, will Ørsted in Abstimmung mit den Standortkommunen Bad Orb, Jossgrund und Biebergemünd zu den fachlich relevanten Aspekten des Projekts verschiedene Informationsangebote machen, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu erreichen.
Gedacht ist dabei zum Beispiel an Infoveranstaltungen vor Ort, Präsentationen in den Stadt- und Gemeinderäten, Diskussionsrunden mit Experten, Exkursionen zu bestehenden Windanlagen sowie an eine eigene Projektwebsite mit fotorealistischen Visualisierungen der geplanten Windenergieanlagen. “Wir gehen dabei weiter davon aus, dass der Horstberg viel Platz und gute Voraussetzungen hat, um dort beides, einen Wald-Windpark und einen Heilwald zu verwirklichen”, so Stefan Bachmaier.
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