Nach der Kritik von Bad Orbs Bürgermeister Tobias Weisbecker (CDU) am dänischen Energiekonzern Ørsted und dessen Windparkplänen (wir berichteten) reagiert das Unternehmen mit einer deutlichen Ansage: "Der Genehmigungsantrag für den Windpark Jossgrund soll nächstes Jahr eingereicht werden. Dieses Vorgehen wurde auch im Rahmen des letzten Austausches mit der Stadt Bad Orb Ende Oktober besprochen", rückt Ørsted somit weiterhin nicht von den Plänen ab. Auch die von Weisbecker angesprochene finanzielle Schieflage weist das Unternehmen zurück.
"Ørsted befindet sich nicht in einer wirtschaftlichen Schieflage. Der operative Gewinn für die ersten neun Monate beläuft sich auf rund 2,28 Milliarden Euro, ähnlich wie im Vorjahreszeitraum. Das genannte Defizit bezieht sich auf ein Quartalsergebnis, das auf Einmaleffekte (Abschreibungen) zurückzuführen ist. Im konkreten Fall handelt es sich um Offshore-Großprojekte in den USA, die vorübergehend gestoppt werden mussten. Unsere deutschen Windparkprojekte an Land basieren auf Investitionsentscheidungen der Orsted Onshore Deutschland GmbH, die auch den Windpark Jossgrund plant und baut. Die Entwicklungen in den USA haben deshalb keine Auswirkungen auf die laufende Projektentwicklung für den Windpark Jossgrund", heißt es in einer Mitteilung.
Ørsted sei ein börsennotiertes Unternehmen, das zur Hälfte dem dänischen Staat gehöre: "Die Geschäftsfähigkeit ist nicht gefährdet. Die Kapitalerhöhung ist notwendig, um die finanzielle Stabilität von Ørsted in den Jahren 2025 bis 2027 zu stärken. Zudem hat das Unternehmen im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung beschlossen, einzelne Unternehmensbereiche effizienter zu gestalten und seine Investitionsschwerpunkte zu priorisieren. Dazu gehört auch eine Anpassung der Belegschaft, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Im deutschen Markt sehen wir weiterhin positive Rahmenbedingungen für die Realisierung von Wind- und Solarprojekten an Land."
Ørsted habe von Beginn an und wiederholt zum Ausdruck gebracht, "dass wir sehr gute Chancen sehen, um am Horstberg neben einem Wald-Windpark auch einen Heilwald zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang gab es mehrere Austauschrunden zwischen Vertretern der Stadt Bad Orb, der Firma Strauss und der Orsted Onshore Deutschland GmbH – zuletzt Ende Oktober 2025. In diesen Gesprächen wurden Möglichkeiten diskutiert, ob und wie ein Kompromiss konkret aussehen kann. Diese Gespräche wollen wir konstruktiv fortsetzen".
Der Windpark Jossgrund werde von der Orsted Onshore Deutschland GmbH mit Hauptsitz in Regensburg geplant und gebaut: "Für uns haben sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Projekts nicht geändert. Wie oben ausgeführt, befindet sich Ørsted nicht in einer finanziellen Schieflage. Angesichts des operativen Gewinns kann man auch nicht von 'katastrophalen Zahlen' sprechen."
Auch die Vorwürfe, dass Windparks die Natur zerstören und die Gesundheit gefährden, weist Ørsted zurück: "Das bestätigen sowohl gesetzliche Prüfverfahren als auch der Stand der Wissenschaft. Das geplante Windprojekt Jossgrund befindet sich in einem wirtschaftlich genutzten Forst in einem mit Öffentlichkeitsbeteiligung rechtsstaatlich ausgewiesenen Windvorranggebiet. Die Fläche gehört HessenForst und wurde in einem wettbewerblichen Ausschreibungsverfahren vergeben. Ørsted verpflichtet sich zu einer sorgfältigen, waldschonenden, natur- und umweltverträglichen Planung des Windparks. Dazu werden mögliche Auswirkungen des Projekts auf den Wald umfassend geprüft, minimiert und gegebenenfalls ausgeglichen. Dieses Vorgehen wird im Rahmen des Genehmigungsprozess auf Basis des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) umfassend geprüft, so dass Rücksichtslosigkeit von vornherein ausgeschlossen werden kann. Dieser Prozess ist übrigens Standard für alle Windparkprojekte in Deutschland."
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