Zu einer rund dreistündigen, leichten Wanderung lädt die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) am Samstag, 9. Mai, in das Feuchtgebiet Eschenkar ein.
Treffpunkt ist um 9:30 Uhr der Parkplatz Hartmannsheiligen.
Fieberklee, Torfmoos und Sonnentau. Das Eschenkar im Stadtwald von Bad Orb hat sich durch gezielte Pflegemaßnahmen nach und nach zu einem wertvollen Moorstandort und kleinem Hotspot der Biodiversität im hessischen Spessart entwickelt. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Orb legte die GNA bereits vor Jahren Feuchtbiotope an, verlegte den Lämmerbach zurück und initiierte den Rückschnitt von Gehölzen – immer mit dem Ziel, die Artenvielfalt nachhaltig zu fördern.
Klein, aber fein. Heute bieten moorige Kleinflächen, naturnahe Waldtümpel und Quellen zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Dazu zählen seltene Amphibien wie der Kammmolch und der Feuersalamander. Libellenarten, darunter die Quergestreifte und die Blauflügelige Prachtlibelle profitieren von den Maßnahmen. Auch scheuen Vogelarten wie der Waldschnepfe und dem Schwarzstorch bietet das Eschenkar ein Refugium. Mit etwas Glück lassen sich sogar die gefährdete Schlingnatter oder die Gerandete Jagdspinne beobachten.
Wissenswertes: Diese Spinnenart jagt ihre Beute an den Ufern nährstoffarmer, stehender oder langsam fließender Gewässer. Sie bewegt sich auf der Wasseroberfläche ebenso geschickt wie an Land. Auch unter Wasser ist sie unterwegs, denn dank einer sehr dichten Körperbehaarung bildet sich am Hinterkörper eine Luftblase.
Susanne Hufmann, Biologin und Vorsitzende der GNA, betont: „Intakte Moore sind ein wichtiger Baustein im Klimaschutz. Als CO₂-Speicher leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Zugleich sind sie einzigartige Lebensräume für Pflanzen und Tiere und spielen eine zentrale Rolle im Wasserhaushalt, da sie selbst in Trockenphasen Wasser in der Landschaft halten. Demgegenüber setzen trockengelegte Moore, etwa für den Torfabbau, große Mengen an Treibhausgasen frei und verstärken so den Klimawandel.
In Hessen gibt es nur noch wenige Moorstandorte, die nicht durch menschliche Eingriffe beeinträchtigt sind und ihre Funktionen für Biodiversität und Klimaschutz verloren haben. Ein Beispiel ist das Wiesbüttmoor, das inzwischen in weiten Teilen austrocknet und vom Pfeifengras überwuchert wird.“
Veranstaltungshinweis: Am Samstag, 9. Mai, haben Interessierte die Möglichkeit, sich selbst ein Bild vom Eschenkar zu machen. Wetterangepasste Kleidung und geeignetes Schuhwerk werden empfohlen. Die Teilnahmegebühr beträgt 4 Euro pro Person. Für Kinder und Jugendliche sowie für Mitglieder, Fördermitglieder und Tierpaten der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung ist die Teilnahme kostenfrei. Die Einnahmen fließen in Natur- und Artenschutzprojekte der GNA.
Wer die Arbeit der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e. V.) und ihre Projekte unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun. Diese ist möglich auf das Konto IBAN: DE75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach (BIC: GENODEF1RDB).
Mit ihrer Unterstützung fördern Spenderinnen und Spender Natur- und Artenschutzprojekte im gesamten Main-Kinzig-Kreis. Spenden an die GNA e. V. sind steuerlich absetzbar. Weitere Informationen finden sich unter www.gna-aue.de.

Sonnentau im Torfmoospolster. © GNA – Susanne Hufmann
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