Katzenkolonie in Bad Orb: Fütterung verhindert Lösung

Bad Orb

"Im Zuge der anhaltenden Berichterstattung und der zahlreichen Reaktionen auf unseren ersten Artikel möchten wir die Darstellung der Situation um einige Aspekte erweitern. Sie sollen dazu beitragen, die komplexen Zusammenhänge in ihrer Gesamtheit verständlicher zu machen", äußert sch TiNa UVB e. V. (Tier- und Naturschutz unterer Vogelsberg e. V.) erneut zur Katzenkolonie am Bahnhof in Bad Orb (wir berichteten).

VORSPRUNG - Anruf genuegt
Stadt Schlüchtern

"Im Rahmen der bisherigen Maßnahmen vor Ort fiel auf, dass eingefangene Tiere ein deutlich erhöhtes Körpergewicht aufwiesen. Im Durchschnitt lagen die Werte etwa beim Doppelten dessen, was für eine gesunde Katze üblich ist. Diese beunruhigende Beobachtung ist nicht nur eine Randnotiz, sondern ein zentraler Faktor. Überfütterung hat auch bei Katzen spürbare gesundheitliche Folgen und wirkt sich unmittelbar auf ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität aus. Gleichzeitig hat diese Form der Versorgung direkte Auswirkungen auf die praktische Tierschutzarbeit. Um die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen sowie Untersuchungen und Behandlungen durchführen zu können, müssen die Tiere eingefangen werden. Dies geschieht über Lebendfallen, die mit Futter bestückt sind. In der aktuellen Situation zeigt sich jedoch, dass regelmäßig und umfangreich versorgte Katzen kaum Interesse an diesen Fallen entwickeln. Dadurch wird es deutlich schwieriger, überhaupt an die Tiere heranzukommen. Die notwendigen Maßnahmen verzögern sich und die Entwicklung der Population wird zusätzlich beschleunigt", so die Tierschutzorganisation.

Hieraus ergeben sich laut TiNa UVB mehrere Konsequenzen: "Die Anzahl der Tiere steigt weiter an, da weniger Katzen erreicht und kastriert werden können. Mit zunehmender Populationsdichte wächst zugleich die Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten. Dies betrifft sowohl artspezifische Erkrankungen als auch solche, die auf andere Tiere übertragen werden können. Auch Zoonosen spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragbar sind. Ebenso steigt das Risiko für Freigängerkatzen mit Zuhause, sich anzustecken. Die Arbeit vor Ort ist dabei von dem Anspruch getragen, allen Tieren gerecht zu werden. Gleichzeitig bedeutet sie, an vielen Stellen gleichzeitig tätig zu sein und immer wieder mit Widrigkeiten und Widerständen umzugehen. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit mit engagierten Partnern. Unterstützung durch andere Tierschutzvereine sowie durch Kommunen wie Bad Orb und auch Bad Soden Salmünster trägt wesentlich dazu bei, Maßnahmen überhaupt umsetzen zu können. Dieses Engagement im Sinne des Tierschutzes schätzen wir sehr, denn es ist keine Selbstverständlichkeit."

Die Beteiligten würden ehrenamtlich arbeiten und Zeit, Kraft und Ressourcen investieren, um die Situation langfristig zu verbessern: "Dafür braucht es vor allem Unterstützung und ein gemeinsames Verständnis für die Abläufe. Es geht nicht darum, Tiere ihrem Schicksal zu überlassen oder sie nicht zu versorgen. Im Gegenteil. Auch wir versorgen freilebende Katzen. Entscheidend ist jedoch das Maß und die Zielrichtung. Eine kontrollierte Fütterung, die sich am gesundheitlichen Zustand der Tiere orientiert, steht nicht im Widerspruch zum Tierschutz. Sie ist ein Bestandteil davon. Solange eine so große Menge an Katzen auf engem Raum also noch nicht kastriert ist, erschwert eine unkontrollierte und übermäßige Fütterung die notwendigen Schritte erheblich. Erst wenn eine Population stabilisiert ist, kann Fütterung sinnvoll und ohne negative Folgen sein und wird von uns auch deutlich begrüßt."


Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de


Thermo Sun
Harth & Schneider
Stadt Schlüchtern
VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG
Sturmius Dehm Brennholz GmbH

online werben

Höfler Fenster
Autohaus Koch
Autohaus Nix
CID

vogler banner

Evonik

vogler banner

Online Banner 300x250px MoPo 2