Die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG äußert sich zu einer Stellungnahme des Vereins „Gegenwind“.
Darin werde erneut Kritik am Ausbau von Wind- und Solaranlagen in der Region geäußert. Aus Sicht der Genossenschaft werden dabei zwar reale Herausforderungen angesprochen, die Schlussfolgerungen greifen jedoch zu kurz und führen in die falsche Richtung.
Im Mittelpunkt der Diskussion stehe unter anderem die Idee, neue Anlagen in Regionen mit schwachem Stromnetz künftig auch ohne Entschädigung abschalten zu können. Dieser Vorschlag werde unter anderem mit der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in Verbindung gebracht. Aus Sicht der Energiegenossenschaft wäre ein solcher Schritt problematisch. „Wenn Investoren keine Planungssicherheit mehr haben, wird es kaum noch neue Projekte geben. Gerade Bürgerenergie und Genossenschaften würden darunter besonders leiden“, so ein Sprecher der Genossenschaft.
Josef Keller, Vorstand der Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG betont, dass nicht die erneuerbaren Energien selbst das Problem seien, sondern die Rahmenbedingungen. "Der Ausbau der Stromnetze hält seit Jahren nicht mit dem Zubau von Wind- und Solaranlagen Schritt. Gleichzeitig fehlen Speicher und flexible Möglichkeiten, Strom dann zu nutzen, wenn er in großen Mengen vorhanden ist. Wir haben kein Erzeugungsproblem, sondern ein Infrastrukturproblem“, heißt es weiter. Die bisher bestehenden Regelungen sorgen aus Sicht der Genossenschaft dafür, dass Investitionen überhaupt möglich sind und das Energiesystem stabil bleibt. Sie würden Vertrauen und Planungssicherheit schaffen. Das sei ein wichtiger Grund dafür, dass Deutschland weiterhin eine sehr hohe Versorgungssicherheit habe.
Für die Energiegenossenschaft ist deshalb klar, dass die richtigen Antworten nicht im Ausbremsen der erneuerbaren Energien liegen. Stattdessen brauche es einen schnelleren Netzausbau, mehr Speichermöglichkeiten und eine bessere Abstimmung zwischen Stromerzeugung und Verbrauch. Nur so könne die Energiewende erfolgreich umgesetzt werden: "Außerdem wird damit verhindert, dass bei einer Überkapazität in den sonnenreichen Monaten, Strom fast zum Nulltarif bzw. manchmal auch gegen Gebühr ans Ausland abgegeben werden muss. Zum Beispiel Frankreich die sich überwiegend aus teurem Atomstrom versorgen, freut sich über den billigen Strom aus Deutschland."
Gleichzeitig verweist die Genossenschaft auf die Chancen für die Region. Projekte im Bereich Wind- und Solarenergie schaffen Wertschöpfung vor Ort, ermöglichen Bürgerbeteiligung und stärken die Unabhängigkeit von fossilen Energien aus dem Ausland. „Gerade für unsere Region bietet die Energiewende große Chancen, wenn wir sie richtig gestalten“, so die Genossenschaft.
Die Energiegenossenschaft Main-Kinzigtal eG bekräftigt daher, dass eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung ohne den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie nicht möglich ist. Entscheidend sei, die Rahmenbedingungen zu verbessern – und nicht, den Fortschritt zu behindern.
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