"Uns stirbt der Spessart weg"

Biebergemünd
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Der aktuelle Waldzustandsbericht, jüngst vorgestellt vom Bundes-Landwirtschafts-Ministerium, treibt die Biebergemünder GRÜNEN um.

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„Man sieht beim Frühjahrs-Spaziergang oder Vorbeifahren vielleicht nicht so viel“, berichtet Jan Göring (auf Platz 3 der örtlichen Kandidat*innen-Liste zur Gemeindevertretung): „Aber wer genau hinschaut, kann die Wälder leiden sehen“. Die bundesweite Erhebung, seit 1984 jährlich veröffentlicht (damals wurde der Begriff Waldsterben geprägt), zeigt eine galoppierende Zunahme von schweren Schäden im Wald. Lag die Absterberate der Fichten seit 1990 jährlich immer bei 0,5-1 %, so schoss sie 2020 auf über 4 % herauf, die aller Baumarten verdreifachte sich binnen Jahresfrist auf knapp 2 %.

„Wer die Schuld nur beim Borkenkäfer sucht, macht sich‘s zu einfach“, ergänzt Naturwissenschaftler Jan Senzel (Kandidat 2 der Liste zur Gemeindevertretung): „Klimawandel, sinkende Grundwasserspiegel, Stürme, Monokultur und allgemein ungenügendes ökologisches Bewusstsein bei der Waldbewirtschaftung sind krank machende Faktoren.“ Die Buche, eine der standorttypischen Spessart-Baumarten, zeigt seit über 10 Jahren erhebliche Kronenverlichtung bei jedem dritten Baum, 2020 sind schon 55 % der Buchen krank. Nur noch 10 % haben eine gänzlich intakte Baumkrone.

„Gesunder Wald, gesunde Menschen,“ pflichtet Dr. Thomas Bonin, Arzt und Kreistagskandidat aus Bieber, bei: „Das klingt vielleicht platt. Aber wir müssen retten, was zu retten ist, sonst ist der Charakter der Landschaft rund um Biebergemünd bald zerstört. Wir können dann Waldspaziergänge zur Regeneration vergessen. Flora und Fauna werden sich in wenigen Jahren drastisch verändern. Die heiß-trockenen Sommer der letzten Jahre haben auch schon viele Menschenleben gekostet.“

„Wenn Windkraftgegner den punktuellen Einschlag des Waldes zum Errichten von Windenergie-Anlagen kritisieren, aber den Klimawandel nicht wahrnehmen, ist das schlimm,“ erweitert Abiturientin Meike Büdel den Blick (Platz 4 auf der GRÜNEN Liste zur Gemeindevertretung). „Die Zukunft meiner Generation steht auf dem Spiel.“

„Zwar gehen durch den Bau von Windenergieanlagen kleinräumig Bäume verloren. Dem gegenüber steht aber eine mehr als tausendfach höhere CO2Einsparung durch deren Betrieb. Außerdem kann die Klimabilanz durch Ausgleichsmaßnahmen, wie eine Aufforstung an anderer Stelle, noch weiter verbessert werden.“ erläutert Jutta Sextro.

Und Pascal Kunkel (Platz 1 der Liste) fügt hinzu: „Wir brauchen die regenerative Energieerzeugung dringend und konsequent effizientere Energienutzung. Atomkraft und fossile Kraftwerke müssen weltweit, aber auch in unserer Region raschest möglich abgeschaltet, Solar-, Wasser- und Windkraft müssen massiv gefördert werden. Sonst können wir den Spessartwald vergessen.“

Timo Seibel (Platz 5) fasst zusammen: „Wer den Wald nicht schätzt und schützt, wer Energiepolitik zur Nebensache erklärt, die Verkehrswende hin zu Fahrrad, Bussen und Bahnen nicht vorantreibt, wer glaubt, dass den Wald zu kalken ausreicht, um den sauren Regen zu kompensieren, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“ „Wir wollen bei uns vor Ort mit viel Engagement den Spessartwald retten,“ ergänzt die Wirtheimerin Margit Kunkel (Platz6) abschließend.

Wir GRÜNEN fordern daher entsprechend unserem Programm zur Kommunalwahl am 14. März 2021, das auf unserer Webseite GRUENE-Biebergemuend.de einsehbar ist, dass in einem ersten Schritt gemeindeeigene Flächen an und in Wäldern konsequent als artenreiche Mischwälder gestaltet werden. Dabei soll die Entwicklung primär durch Naturverjüngung, also durch natürliche Selektion der überlebensfähigsten Sprösslinge getrieben werden. Die Gemeinde hat es außerdem in der Hand, auch für private Waldflächen Anreize zu einer entsprechenden Entwicklung zu setzen. Sodann muss die Gemeinde und der Kreis auf HessenForst einwirken, um in den Waldbereichen im Landesbesitz, die den größten Teil des Biebergemünder Forstes ausmachen, Monokulturen nachhaltig in gesunde Mischwälder umzuwandeln.

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