Biebergemünd: Straßenbeleuchtung künftig nachts komplett aus?

Biebergemünd
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Nicht erst seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und der daraus resultierenden Energieknappheit in Deutschland wissen wir, dass Energie nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Umweltverbände weisen seit vielen Jahren darauf hin, dass unsere fossilen Rohstoffe begrenzt sind und ihre Verwendung den Klimawandel weiterhin anheizen wird. Die Umstellung auf erneuerbare Energien, aber auch eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs ist daher das Gebot der Stunde.

Für die Gemeinde Biebergemünd bedeutet dies, auch weiterhin auf kommunaler Ebene mit gutem Beispiel voranzugehen. So wurden bereits seit Längerem zielführende Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt, zum Beispiel in den Kläranlagen. Weitere Optimierungsmöglichkeiten im Bereich der Energieeinsparung stehen für die kommunale Verwaltung ebenfalls auf der Agenda: „Ganz wichtig ist in dieser Hinsicht, dass wir proaktiv für alle Entscheidungen ein Energiesparmanagement etabliert haben. Hier werden sämtliche entsprechenden Parameter im Hinblick auf eine Optimierung der Energiekonzepte kritisch geprüft“, betont Bürgermeister Matthias Schmitt.

Einen nicht unwesentlichen Teil beim kommunalen Energieverbrauch nimmt die öffentliche Straßenbeleuchtung ein. Von den rund 1300 Straßenlaternen sind aktuell ca. 300 auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt. „Zu wenig!“, befindet der Bürgermeister. „Wir wollen hier vorankommen und möglichst schnell weitere LED-Umrüstungen in die Wege leiten.“ Doch sei dies nicht von heute auf morgen möglich. „Wir schlagen daher vor, bei der Straßenbeleuchtung andere kurzfristige Maßnahmen ergreifen, um Einsparpotenziale zu nutzen.“ In diesem Zusammenhang komme auch dem Thema „Lichtverschmutzung“ eine große Bedeutung zu: eine nächtliche Verdunkelung würde nicht nur beim Energiesparen helfen – auch die Tier- und Pflanzenwelt profitiert erheblich von längeren Phasen der Dunkelheit.

Im Zusammenhang des kürzlich vorgestellten Beleuchtungskonzepts der Gemeinde Biebergemünd wurde bereits der Vorschlag einer zeitweisen Abschaltung der Straßenbeleuchtung diskutiert. Dies wäre ein für die Bürger und Bürgerinnen deutlich sichtbarer Schritt, der jedoch zunächst unter verschiedenen Aspekten geprüft werden muss. Der Gemeindevorstand hat sich bereits dafür ausgesprochen, in den Nachtstunden die Straßenbeleuchtung zeitweise auszuschalten. Damit könnten laut verwaltungsinterner Schätzung im Jahr rund 75.000 kWh Energie eingespart werden. „Eine finale Entscheidung wird jedoch bewusst in die Hände der Gemeindevertretung gegeben, denn wir halten es für angebracht, dass dieses Thema öffentlich beraten und im besten Fall von allen Fraktionen mitgetragen wird“, so der Bürgermeister. „Bei diesem sensiblen Thema müssen verschiedene Aspekte gut abgewogen werden. Klar ist beispielsweise, dass eine nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung nicht auf Kosten von Sicherheit und Ordnung gehen darf.“ Auch solle das Vorhaben mit anderen Kommunen, die in die gleiche Richtung denken, abgestimmt werden.

Der Gemeindevorstand Biebergemünds spricht sich bis auf Weiteres für eine nächtliche Abschaltung aus, wo es im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht und aufgrund technischer Gegebenheiten möglich ist, und zwar in folgenden Zeiten: Montag bis Freitag von 1:00 bis 4:30 Uhr, Samstag und Sonntag von 2:00 bis 6:00 Uhr. Das Thema steht somit in der nächsten Gemeindevertretungssitzung am 27. September auf der Tagesordnung.


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