Die GNA-Stiftung Mensch und Natur hat mal wieder Großes vor: Die Rückdrängung des Drüsigen Springkrautes aus der Aue des Lohrbaches im hessischen Spessart.
Dass das nicht von heute auf morgen gelingen kann, ist allen Beteiligten klar. Und dass dafür nicht unerhebliche Finanzmittel aufgewendet werden müssen, auch. Umso erfreulicher, dass es die Umweltlotterie GENAU gibt.
„Unser gemeinsames Projekt mit dem NABU Biebergemünd-Flörsbachtal hat aktuell die Möglichkeit, gefördert zu werden. Das Projekt wurde vom Projektrat der Umweltlotterie GENAU auf die Liste aller für den Zusatzgewinn in Frage kommenden Umwelt- und Naturschutzprojekte aufgenommen. Sobald es einen GENAU-Hauptgewinner im Main-Kinzig-Kreis gibt, kann das Projekt gewählt werden“, informiert Susanne Hufmann vom Vorstand der in Rodenbach bei Hanau ansässigen Stiftung.
Die Situation. Bereits 2024 ermöglichte die Stiftung die Anlage eines Tümpels, um die heimische Amphibienfauna zu fördern. Denn das Lohrbachtal hat es den Naturschützern angetan: Wasseramseln brüten am Bach, Biber bauen Dämme und Eisvögel sind auf der Jagd. Aber die zunehmende Ausbreitung unerwünschter Pflanzen machen es der natürlichen Ufervegetation schwer. Vor allem das Drüsige Springkaut, ursprünglich in Indien beheimatet, fühlt sich in der feuchten Auenlandschaft sehr wohl, wächst extrem schnell in die Höhe und bildet entlang des Baches viel zu dichte Bestände, die nun zurückgedrängt werden müssen, um die Biodiversität zu fördern.
Das Problem. Das Drüsige Springkraut ist standortfremd und verdrängt durch seinen schnellen Wuchs die heimische Flora. Da es einjährig ist, flach wurzelt und seine Ausbreitung nur über Samen erfolgt, ist seine Rückdrängung eigentlich einfach, aber immens arbeits- und zeitintensiv.
Die Lösung. Per Hand lassen sich die einzeln stehenden und bis zu zwei Meter hohen Pflanzen leicht ausreißen, was bereits durch die örtlichen Naturschützer in weiten Teilen geschehen ist. Doch die Bestände seien zu groß und die Anzahl der Ehrenamtlichen sei nicht ausreichend, um wirklich effektiv zu sein, erklärt Hufmann.
Eine weitere Maßnahme ist die flächige Mahd. Beide Maßnahmen müssen, um letztendlich zielführend zu sein, vor der Samenreife, also spätestens im Juli oder Anfang August eines jeden Jahres durchgeführt werden. Sobald die Samen reif sind, wird eine Bekämpfung deutlich schwieriger. Da die Samen im Boden bis zu fünf Jahren keimfähig sind, müssen Ausreißen und Mähen mehrere Jahre in Folge äußerst konsequent durchgeführt werden. Außerdem sollen die ausgerissenen oder gemähten Pflanzen sofort abgeräumt, kompostiert oder zum Vertrocknen ausgelegt werden, da es sonst zu einer Wiederbewurzelung der Sprossen kommt. Das Projekt ist auf mindesten fünf Jahre angelegt.
Über GNA-Stiftung Mensch und Natur
Die GNA‑Stiftung Mensch und Natur ist eine Naturschutzstiftung in Hessen, die von der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.) getragen wird. Initiiert wurde sie im März 2012 durch die Mitgliederversammlung der GNA. Der offizielle Start war 2013. Die Stiftung verfolgt Natur-, Arten- und Biotopschutzziele. Stiftungszweck ist die Landschaftspflege, der Erhalt von Lebensräumen und die Bewahrung der biologischen Vielfalt. Die Umweltbildung ist ein weiterer Schwerpunkt. Die Stiftung startete mit einem Grundstockvermögen, das von der GNA bereitgestellt wurde. Sie finanziert sich aus den Erträgen des Stiftungskapitals sowie aus Zustiftungen, Spenden und Erbschaften. Zustiftungen und Spenden sind steuerlich absetzbar. Die Stiftung ist berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Das Spendenkonto der GNA-Stiftung Mensch und Natur lautet: Raiffeisenbank Rodenbach, IBAN:DE06 5066 3699 0001 0734 00.
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