Biebergemünd hat das größte Finanzierungsdefizit in Hessen

Biebergemünd

Nach vorläufigen Ergebnissen des Hessischen Statistischen Landesamts haben die Kernhaushalte der hessischen Kommunen im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von insgesamt 2,4 Milliarden Euro verzeichnet. Bezogen auf die Gesamtzahl der hessischen Bevölkerung entsprach dies einem negativen Saldo von 388 Euro pro Kopf. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich das Defizit leicht um 42 Millionen Euro bzw. 1,7 Prozent. 2024 hatte es bei rund 2,5 Milliarden Euro gelegen.

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Die Gründe für das weiterhin hohe Finanzierungsdefizit der kommunalen Kernhaushalte liegen in ähnlich starken Zuwächsen bei den Ein- und Auszahlungen. So nahmen die bereinigten Auszahlungen im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent auf 40,8 Milliarden Euro zu, während die bereinigten Einzahlungen um 4,8 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro stiegen.

Die Kommunen gaben im Vorjahresvergleich vor allem für Sach- und Dienstleistungen mehr Geld aus, insbesondere für die Unterhaltung und Bewirtschaftung von Grundstücken und baulichen Anlagen. Auch die Ausgaben für soziale Leistungen nahmen zu, insbesondere für dieEingliederungshilfe nach SGB IX (Sozialgesetzbuch Neuntes Buch). Die Mehrausgaben in diesen Bereichen machten 36,6 Prozent (893,5 Millionen) des Finanzierungsdefizits aus. Auf der Einnahmenseite erhöhten sich die Einzahlungen aus dem Gemeindeanteil der Einkommensteuer um 8,2 Prozent (plus 360,1 Millionen) und der Gewerbesteuer um 3,0 Prozent (plus 230,3 Millionen) zum Vorjahr.

Finanzierungsdefizit bei vier von fünf hessischen Kommunen

Vier von fünf Kommunen in Hessen (78,8 Prozent) wiesen 2025 ein Finanzierungsdefizit auf. 2024 hatte der Anteil bei 79,2 Prozent gelegen. Demgegenüber erzielten 21,2 Prozent der Kommunen 2025 einen Überschuss (2024: 20,8 Prozent).

Der Median der kommunalen Finanzierungssalden lag im Jahr 2025 bei minus 1.544.079 Euro (2024: minus 1.497.522 Euro). Damit setzte sich die negative Entwicklung seit dem Jahr 2021 fort, als der Median noch bei plus 469.395 Euro gelegen hatte.

Die höchsten Finanzierungsüberschüsse im Jahr 2025 entstanden mit 160,0 Millionen Euro bei der Stadt Offenbach am Main, gefolgt von Battenberg (Eder) mit 89,9 Millionen Euro und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 16,3 Millionen Euro.

Bis auf Offenbach am Main verzeichneten die größeren Städte in Hessen Finanzierungsdefizite: Davon die höchsten in Frankfurt am Main (minus 256,1 Millionen Euro), der Landeshauptstadt Wiesbaden (minus 126,0 Millionen Euro), der Universitätsstadt Marburg (minus 119,0 Millionen), Rüsselsheim am Main (minus 115,4 Millionen Euro), der Wissenschaftsstadt Darmstadt (minus 74,5 Millionen Euro) und der Brüder-Grimm-Stadt Hanau (minus 61,0 Millionen Euro). Auch der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen, der als landesweiter Kommunalverband ebenfalls zu den Kommunen zählt, wies ein neunstelliges Defizit auf (122,3 Millionen Euro).

Biebergemünd, Poppenhausen (Wasserkuppe) und Philippsthal (Werra) mit höchstem Finanzierungsdefizit pro Kopf

Während bei den größeren hessischen Städten in absoluten Zahlen die höchsten Finanzierungsdefizite entstanden waren, verändert sich das Bild, wenn die Bevölkerungszahlen der Kommunen berücksichtigt werden: So verzeichneten Biebergemünd (2.438 Euro), die Stadt Poppenhausen (Wasserkuppe) (2.415 Euro) und die Marktgemeinde Philippsthal (Werra) (1.934 Euro) im Jahr 2025 pro Kopf die höchsten Finanzierungsdefizite. Bei den kreisfreien Städten entstand das höchste Pro-Kopf-Defizit mit 445 Euro in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Es folgen die Landeshauptstadt Wiesbaden (437 Euro pro Kopf) und Frankfurt am Main (338 Euro). Unter den Kreisverwaltungen wies der Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit 266 Euro das höchste Defizit pro Einwohnerin und Einwohner aus. Durchschnittlich verzeichnete eine hessische Kommune 2025 ein Defizit in Höhe von 207 Euro pro Kopf.

Die drei höchsten Pro-Kopf-Überschüsse im Jahr 2025 erzielten die Städte Battenberg (Eder) (16.615 Euro), Offenbach am Main (1.204 Euro) und Fronhausen (737 Euro).


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