„Unglaublich, so ein hoher Betrag,“ staunte Pfarrer Till Wisseler, als die vier Frauen vom Orga-Team der "Weiberfosenocht" in Bieber zur Spendenübergabe nach Langenselbold anreisten. Der Erlös der legendären Veranstaltung am Montag vor Rosenmontag lautete über 4.300 Euro, womit viel bewegt werden kann. Wisseler hatte in das evangelische Pfarrzentrum eingeladen und ordentlich aufgetischt. Mit dabei auch Thomas Nienstedt von den "Fischbörner Bube", der selbst als ehrenamtlicher Notfallseelsorger tätig ist.
Bei Kaffee und Kuchen erfuhren Lena Sachs, Theresa Neis, Susanne Weitzel und Wencke Stadler, was mit dem Erlös passieren wird. Pfarrer Wisseler musste nicht lange überlegen. Besonders wichtig ist dem Beauftragten für die Notfallseelsorge die Schulung der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen. Hier geht es zum einen um den Selbstschutz und die Verarbeitung der zum Teil furchtbaren und extremen Situationen, zu denen sie gerufen werden. Zum anderen sind vor allem Gesprächsführung sowie Kenntnisse weiterführender Hilfen wichtige Bausteine der Ausbildung. Außerdem sollen die bisherigen lila T-Shirts ersetzt werden, da eine genormte Kleiderordnung eingeführt wird, an der die Notfallseelsorge deutlicher zu erkennen ist.
Wisseler und Nienstedt berichteten den Frauen, wie die Notfallseelsorge funktioniert. Feuerwehr, RTW oder Polizei informieren nach interner Einschätzung, ob die Seelsorger*innen zu einem schweren Ereignis hinzugeholt werden. Alle Mitarbeitenden der Notfallseelsorge sind mit einem Funkmeldeempfänger ausgestattet, so dass sie jederzeit erreichbar sind. Vor Ort kümmern sie sich um die Menschen, bleiben bei ihnen, sprechen mit ihnen, fangen sie auf und kümmern sich um weitere Hilfestellungen, wenn dies nötig erscheint. Dies kann durchaus über einige Tag gehen. Till Wisseler und Thomas Nienstedt bringen in dem Gespräch ihre Leidenschaft und Engagement für dieses Einsatzgebiet deutlich zum Ausdruck.
„Wir hätten noch ewig zuhören können“, meinte Theresa Neis, als sie sich nach knapp zwei Stunden verabschiedeten. Die vier Frauen waren sichtlich beeindruckt und überzeugt, dass der Erlös eine sehr gute Verwendung findet. „Wir können alle in eine solche Situation kommen oder kennen Menschen, die etwas Schlimmes erleben mussten. Wie gut, dass es die Notfallseelsorge gibt“, so das Fazit von Lena Sachs. Die elf Frauen des Orga-Teams möchten sich noch einmal ausdrücklich bei allen Frauen und Männern bedanken, die mit ihrer Unterstützung und Hilfe diese Veranstaltung möglich machen. Und so heißt es auch am Montag, 8. Februar 2027, wieder „Nix is‘ uns lieber, wie die Weiberfosenocht in Bieber. Hellau!“