Lage, Lage, Lage! So würde wohl ein findiger Immobilienmakler die Qualität des Roßbacher Rosengärtchens umschreiben – wenn es denn zum Verkauf stünde.
Doch das tut es natürlich nicht. Die liebevoll gestaltete Freizeitanlange, am südlichen Ortsrand oberhalb von Roßbach gelegen, ist fest in der Hand der Gemeinde Biebergemünd und ihrer Bürgerinnen und Bürger. Das grüne Idyll bietet wunderbar weite Blicke in den Biebergrund und punktet zudem mit vielfältigen Einrichtungen zur Erholung und Entspannung: Die Kneippanlage am oberen Ende des Rosengärtchens, eine Boule-Bahn und zahlreiche Sitzgelegenheiten – u.a. auch die beiden Wellenliegen, die in diesem Sommer neu hinzugekommen sind – dies alles wird gern für eine kleine Auszeit vom Alltag genutzt.
Bei den Kindern sind vor allem die Seilbahn, der mit großen Steinen umrandete Wasserlauf, die Slackline sowie ein Trampolin die Hauptattraktionen. Doch der weitläufige, terrassenartig am Hang gelegene Ort bietet noch viel mehr. Die naturnahe Bepflanzung des Rosengärtchens mit schattenspendenden Bäumen, vielen Büschen und (natürlich) Rosenstauden lädt zum Verweilen in allen Jahreszeiten ein: im Sommer findet man hier immer auch kühle Plätze, von wo aus die unzähligen Blüten ringsum bewundert werden können, und an den Beerensträuchern und Obstbäumen im unteren Bereich des Geländes ist Naschen ausdrücklich erlaubt.
Neu aufgestellt wurde auch das Begrüßungsschild am Eingang – gestaltet von dem Hanauer Comic-Zeichner „Rauti“, Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises. Er hat, wie schon für den Spielplatz in Neuwirtheim, auch für das Rosengärtchen eine bunte Illustration entworfen, die auf einladende Art und Weise Hinweise zur Benutzung des Geländes enthält. Und ebenfalls neu ist ein Insektenhotel: „das erste Hotel Roßbachs“, wie es auch gern genannt wird. Es wurde von Peter Siebert, dem „Blühbotschafter“ der Gemeine Biebergemünd gebaut und vom ehrenamtlichen Team gestiftet. Es befindet sich gleich rechts am Eingang vor der großen, runden Hütte. Mit ihren großen Plexiglasfenstern ringsum bietet die Hütte gleichermaßen Schutz vor Sonne, Wind und Regen, und mit ihrer geräumigen, runden Bauweise lädt sie zu Feiern aller Art ein: Kindergeburtstage sind hier ebenso möglich wie Gottesdienste im Freien. Abgerundet wird das Ganze durch eine Komposttoilette, die dezent vorn am Eingang platziert wurde und den Besuchern in der warmen Jahreszeit zur Verfügung steht.
Doch auch der schönste öffentliche Ort wäre nichts ohne engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ihn ehrenamtlich pflegen und in Ordnung halten. In Roßbach ist dafür das „Team Rosengärtchen“ – bestehend aus vier Roßbacher Paaren – zuständig, und zwar schon seit vielen Jahren. Grund genug für Bürgermeister Matthias Schmitt und den Ersten Beigeordneten Bernhard Schum, den drei anwesenden Vertreterinnen des Teams – Anette Fink, Silvia Hellenkamp und Michaela Schum, die Grüße von Ilona Eichhorn überbrachten – bei einem Besuch in der Freizeitanlage persönlich zu danken. „Menschen wie Ihr seid das Herzstück des Rosengärtchens. Mit Eurer liebevollen Zuwendung sorgt Ihr – gemeinsam mit Euren Partnern und unserem Bauhof – für den Erhalt und das gepflegte Erscheinungsbild der gesamten Anlage und investiert dafür unzählige Stunden Eurer Freizeit. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön!“
Die vier Frauen kennen das Rosengärtchen schon aus ihrer Kindheit. „Die Hütten hier am oberen Ende hat mein Großvater mitgebaut“, erklärt Anette Fink. „Wir haben hier immer gespielt, und als das Rosengärtchen im Rahmen der Dorferneuerung neu gestaltet werden sollte, war es uns eine Herzensangelegenheit, dass wir uns hier im Arbeitskreis beteiligen.“ Die Pläne für den Umbau entstanden in Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro und einem erweiterten Arbeitskreis aus der Dorferneuerung. Das Konzept damals lautete „Wasser und Holz“, und dass die meisten ihrer Ideen umgesetzt wurden, erfüllt die drei Damen heute noch mit Stolz. Ganz besonders die Kneipp-Anlage war ihnen dabei wichtig, sie wird von ihnen aufwändig gepflegt und sauber gehalten. Dass in der vergangenen Saison hier immer wieder das Wasser aus dem Hochbehälter fehlte, bereitet nicht nur ihnen Kummer. Bürgermeister Matthias Schmitt versprach, das von den zuständigen Stellen prüfen zu lassen – eventuell könne man durch eine andere Steuerung der Verbundleitungen eine kleine Verbesserung bewirken. Doch die Ursache des Problems war natürlich der Wassermangel im letzten Trockensommer – eine Situation, die sich im Zuge des Klimawandels nicht nur in Biebergemünd wohl noch weiter verschärfen wird.
Doch bei diesem Besuch überwog die Freude beim Blick über das wunderschöne, weitläufige Gelände in seinem herbstlichen Farbenschmuck. Der angrenzende Liederpfad, der ebenfalls von vielen Besuchern gern genutzt wird, der Bikepark des RFC Roßbach gleich nebenan, der Herausforderungen für sportlich Ambitionierte bietet, und auch die an verschiedenen Stellen aufgestellten Kunstwerke – dies alles macht das Rosengärtchen zu einem der schönsten Plätze in ganz Biebergemünd, da waren sich alle Anwesenden einig.
Von links: Beigeordneter Bernhard Schum, Anette Fink, Michaela Schum, Silvia Hellenkamp und Bürgermeister Matthias Schmitt.