Birstein blüht auf

Birstein
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Das Insektensterben ist im ländlichen Bereich ein großes Thema. Denn die Lebensräume für die Tiere werden immer weniger.

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Selbst in vielen Vorgärten dominiert Stein als Dekoelement und die für die Insekten unerlässliche üppige Blumenpracht fehlt. Dem will Danica Radtke, Bürgermeisterkandidatin der CDU für Birstein, aktiv entgegenwirken. Noch bunter und vielfältiger – so stellt sie sich Birstein mit seinen Ortsteilen künftig vor. Um das umzusetzen, legte am sie Samstag mit ihrem Team ein Grundstück als Blumenwiese unter dem Motto „Gemeinsam für Birsteins blühende Zukunft“ an. „Die Idee dazu kam ganz spontan, als wir bei einem Kaffee auf der Terrasse von Lumis Hamburger-Imbiss in Birstein saßen. Mit dem Inhaber, Marcel Bordon, besprachen wir den Einfall und auch er war Feuer und Flamme“, so die engagierte Dame, die den Rathaussessel erklimmen möchte. „Wer mich kennt, weiß: Wenn ich einen Gedanken entwickele, dann will ich das auch zu Ende bringen.“

Denn Danica Radtke weiß: „Insekten sind nicht nur Bestäuber, also für die Fortpflanzung unzähliger Pflanzenarten unerlässlich. Sie spielen auch im Nahrungsnetz insgesamt eine überragende Rolle. So braucht etwa der überwiegende Teil der Vogelarten für sich oder zumindest für den Nachwuchs Protein von Insekten und Insektenlarven. Wir müssen vor der Haustür handeln.“ Bordon konnte für die Aktion ein geeignetes Areal hinter seinem Anwesen zur Verfügung stellen. Die etwa 900 Quadratmeter mit leichter Hanglage wurden nun mit hochwertigem Blumensamen eingesät und in den nächsten Wochen soll dort ein buntes Meer an Blüten entstehen. Die lobenwerte Vorarbeit hierfür leistete Jürgen Eichhorn, der die benötigten Maschinen zur Verfügung stellte. Den Blumensamen stiftete Ralf Maul aus Mauswinkel und neben dem „Team Radtke“ bot sich Horst Bartel aus Hettersroth als tatkräftiger Helfer an. Ein Insektenhotel steuerten Danica und Martin Radtke bei, dass im unteren Bereich in Richtung Radweg seinen Platz finden wird. „Es gibt entlang des Fuß- und Radwegs viele, bisher nicht genutzte Flächen“, hat sich die CDU-Politikerin kundig gemacht.

„Es gibt noch viele naturbelassene Lücken. Mit wenig Aufwand und etwas Blumensamen kann die Aufwertung der Grundstücke erfolgen“, so Radtke, die mit ihrer Aktion mehrere „Fliegen mit einer Klappe“ schlagen möchte. Zum einen soll etwas für die Insektenwelt getan werden, dann soll sich Birstein für den Tourismus attraktiver präsentieren und somit auch für die Gewerbetreibenden von Nutzen sein. „Von den durchreisenden Radfahrern bekam ich öfter zu hören, in Birstein gebe es entlang des Weges wenig zu sehen. In wenigen Wochen wird sich das ändern, wenn dort eine große Fläche blüht“, ist sie sich sicher. Innerhalb von sechs Wochen setzte sie ihre Vision um und freut sich: „Zielstrebigkeit ist mir ein wichtiges Anliegen. Wie überall gab es dabei auch ‚Bremser‘, doch davon lasse ich mich nicht abbringen“, schmunzelt die 50jährige, die noch als Managerin für soziale Einrichtungen und Pflegedienstleiterin beim Caritas-Verband Offenbach tätig ist. Sie hofft, dass sie weitere Nachahmer für ein blühendes Birstein findet und wünscht sich eine Sitzbank, die vor der Mauer am Radweg stehen könnte. „Vielleicht findet sich ein Sponsor, der dafür aufkommt“, so Radtke. „Die Namen von allen, die sich finanziell an dem Projekt beteiligen, kommen auf eine kleine Erinnerungstafel neben dem Insektenhotel“, verspricht sie. Auch der Ortsvorsteher von Birstein, Peter Blumöhr, kam auf einen Abstecher vorbei und lobte das Engagement. „Es wäre schön, wenn sich einige Nachahmer fänden, die eine ähnliche Fläche oder einen Blühstreifen anlegen“, hofft die Bürgermeister-Anwärterin.

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