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Einer schon langen Tradition folgend, wurden an diesem Abend Bücher präsentiert, die Andrea Euler und Stephan Siemon von der Wächtersbacher Altstadt-Buchhandlung Dichtung & Wahrheit besonders gut gefielen oder die sie für besonders wichtig erachteten. Ebenso wichtig wie die Bücher sind an den Literaturabenden auch immer Speisen und Getränke: Während der Frauenverein mit einer delikaten Auswahl an selbst gebackenem Brot und herzhaften Leckereien, an verschieden veredelten Frischkäsen von Dattel-Curry bis hin zu Petersilie aufwarteten, brachte das Buchhändlerpaar Apfelwein der Kelterei Jörg Stier aus Maintal zum Verkosten mit.

Es waren Bücher, die es aus verschiedenen Gründen „in sich“ hatten: Der aktuellen politischen Situation entsprechend, begann Stephan Siemon mit dem Buch von Jean Ziegler „Die Schande Europas“. Der bekannte Soziologe und Menschenrechtler beklagt in seiner Streitschrift die Verstöße gegen die Genfer Flüchtlingskonventionen, die beispielsweise im Lager Moria begangen werden. Tagesaktuelle Brisanz bekam das Buch dadurch, dass sich die Situation der Geflüchteten zum jetzigen Zeitpunkt dramatisch verschlechtert hat. „Ich muss heute keinen Reisepass mehr haben, wenn ich ein Katastrophengebiet anschauen will“, beklagte Siemon den Mangel an Humanität in der Europäischen Union.

Einen gedanklichen Sprung verlangte Andrea Euler von den zahlreichen weiblichen Gästen und einem einzelnen Mann, die an dem Bücherabend teilnahmen: „Wenn das Schicksal anklopft, mach auf“ erzählt die Geschichte von zwei Frauen, die – jede für sich in einer schwierigen Situation – aufeinandertreffen und versuchen, sich gegenseitig zu helfen. Das Thema „Corona-Virus“ wurde auch in dieser Runde diskutiert – allerdings tendenziell eher entspannt und in der Gewissheit, man habe weit über den Tag hinaus Lebensmittel und Toilettenpapier zu Hause. Dennoch war der kriminalistische Einblick in die Welt der „Prepper“, den der Titel „Draußen“ von Klüpfel und Kobr gewährte, auch für die Anwesenden mehr als spannend. Um eine zarte Beziehung unter zwei verwitweten Menschen drehte sich der Roman „Unsere Seelen bei Nacht“, der in seiner Emotionalität ganz besonderen Anklang bei den Besucherinnen des Bücherabends fand. Ein beachtliches Buch, so fanden die beiden Buchhändler, ist der Titel „Marianengraben“, der als Kombination zwischen Humor und Trauer eine ganz besondere Gratwanderung schafft. Und zum Abschluß gab es schließlich noch einen Einblick in das neueste Werk von Sergio Bambaren „Der Bote“, das – so die Buchhändlerin – fast schon einer Meditation gleicht.

Die Buchvorstellungen und Lesehäppchen wurden immer wieder von Diskussionen und der Verkostung der Leckereien unterbrochen, bevor am ende ein Blumengesteck und eine „Wurstpuppe“ als Dank an die Gäste überreicht wurde.

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