Selbst in den ländlichsten Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises geht seit Jahren der Bestand an Insekten dramatisch zurück. Einzelne Arten sind mittlerweile vor dem Aussterben bedroht. Wildbienen, seltene Wespen, Hornissen und Schmetterlinge sind auf heimische Wildblumen, Wildstauden und -gräser als Nahrung für ihre „Kinderstube“ angewiesen, die sie bestäuben und mit denen sie wie ein Schlüssel mit dem Schloss verbunden sind. Wenn die Wildpflanzen weg sind, kommen auch die Insekten nicht mehr.

Jeder und jede einzelne kann sich am Schutz der Insekten und für die Artenvielfalt in unseren Gemarkungen engagieren. Ob im Garten, in der Flur und auf den Äckern und Weiden – oder auf dem Friedhof, wie in Völzberg. In zwei Arbeitseinsätzen im März und April wurde ein Streifen direkt an der Friedhofsmauer von etwa 1,8 m Breite und 50 m Länge vom Grassoden befreit und danach 4 m3 abgemagertes Substrat aus Sand und hochreinem Kompost eingebracht. Ein Schmetterlings- und Wildbienensaum mit 75 Arten heimischer Wildpflanzen, wie z.B. Magerwiesen-Margerite, Wiesen-Flockenblume, Acker-Witwenblume, Glockenblumenarten, Königskerzen und viele mehr, wurde eingesät und angewalzt.

„Wichtig ist, auf die regionale Herkunft des Saatguts zu achten“, sagt Ralf Geyer, der als Experte des Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis zum Kernteam des Projekts „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ gehört. In dem Projekt wurden in den zurückliegenden vier Jahren hunderte Wildpflanzenflächen angelegt und 60 ehrenamtliche „Blühbotschafterinnen und Blühbotschafter“ ausgebildet. „Gut ist, dass die Gemeinde Birstein mit Christian Weis aus Völzberg jetzt einen eigenen ehrenamtlichen Blühbotschafter hat“, sagt Bürgermeister Fabian Fehl (SPD). Der Blühbotschafter berät in der Gemeinde interessierte Ortsbürger und -bürgerinnen, Landwirte, Unternehmen und die Verwaltung. Er ist Ansprechpartner für die Gemeindevertretung und die 16 Ortsbeiräte.

So auch in Völzberg. Im Ortsbeirat wurde die Idee entwickelt, am Friedhof einen Blühstreifen anzulegen. Nach einem Aufruf des Ortsvorstehers Sebastian Winter kamen gut ein Dutzend Helfer und Helferinnen zusammen. „Zuerst war ich skeptisch, ob die Ortsbürger und -bürgerinnen da mitziehen“, sagt er, angesprochen auf die Beteiligung. „Aber dann waren sie an einem Samstagmorgen da, ausgerüstet mit Hacke, Schaufeln, Schubkarren und guter Laune – das bringt das Dorf zusammen!“

Für Oliver Habekost, Geschäftsführer der Kreiswerke Main-Kinzig in Gelnhausen, geht es genau darum: „Erst durch die Beteiligung möglichst vieler Menschen in unseren Kommunen lassen wir den Natur- und Artenschutz lebendig und erlebbar werden - dafür haben wir gerne mit der Beschilderung von Blühflächen unterstützt“. Die Blühschilder haben die Völzberger gleich in einer zweiten Fläche auf ihrem Friedhof aufgestellt: Eine Grasfläche wird in ihrer Pflege umgestellt. Ab sofort wird diese nur 3-4 Mal im Jahr gemäht, was den Pflegeaufwand und damit die Kosten für den gesamten Friedhof verringert - und den Insekten hilft.

Am 23. Mai 2024 fand in Völzberg die offizielle Übergabe des Main.Kinzig.Blüht.Netz-Schildes, an der Projektfläche statt - ein Gastgeschenk, das die Kreiswerke im Rahmen der Messe Wächtersbach an jede der Kommunen im Main-Kinzig-Kreis gespendet hatte. Völzberg und die Gemeinde Birstein sind damit Vorreiter einer Graswurzelbewegung, die in unseren Dörfern etwas im Insektenschutz und der Artenvielfalt voranbringen wollen.

Blühbotschafter für die Gemeinde Birstein: Christian Weis, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon: 0175-6694839, Webseite: https://mainkinzigbluehtnetz.de/

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