Am Faschingsdienstag zogen mittags bei herrlichem Sonnenschein und schon fast sommerlicher Wärme die Kinder in ihren einfallsreichen Kostümen von Haus zu Haus, um sich von den Bewohner Süsigkeiten geben zu lassen und nachmittags zog der Strohbär mit seinem Gefolge durch die Straßen von Untersotzbach. Auch die Hexen trieben ihr Unwesen.
In vielen landwirtschaftlich geprägten Dörfern ist der Strohbär verbreitet – so auch hier in Sotzbach. Das Los entscheidet. Spannung unter den „Junggesellen“. Dann war das Schicksal besiegelt und es stand fest, Niklas Weber wird der diesjährige Strohbär. Ein Segen oder ein Fluch – die einen sagen so, die anderen so.
Gewickelt wird er Lage für Lage aus viel Stroh. Dieses wurde im Herbst sogar extra für den Faschingsdienstag geerntet. Frühzeitig treffen sich die Junggesellen, denn es dauert schon einige Zeit, bis der Strohbär kunstvoll und sorgfältig mit Stroh umwickelt und mit Kordel gebunden ist. Der tapsige Geselle kann sich nur mühsam bewegen. Um ihn herum ist sein Gefolge unterwegs. Wegen seiner »Gefährlichkeit« wird der Strohbär von seinem Strohbär-Führer Jannis Brand an einer Kette durch den Ort geführt. Bereits schon einige Stunden früher ziehen die Hexen laut lärmend, mit Gebrüll und Gekicher, durch die Straßen von Haus zu Haus. An den Haustüren werden Eier, Speck, Zwiebeln, Blutwurst und Geld gesammelt. Die Wegstrecke begann beim Kurde bzw die Hexen begannen bei Ruhls, ging dann durch den Weiherweg/In der Ecke hoch, die Sotzbacher Kirchstrasse und die Langgasse runter, um dann durch den Häselweg die letzte Etappe den Honigbaumweg hoch zu laufen.
Die Bürger warten schon auf die Faschingskleinen und die Jungs und Mädels, die sich nicht wie früher aus dem Weg gehen – auch hier hat der Wandel der Zeit nicht Halt gemacht. Abends war es auch schön zu sehen, dass sich doch noch einige Bürger hinter dem DGH eingefunden haben, um die Wintergeister bei einem Teller Eier und dem passenden Getränk dazu, zu vertreiben. Denjenigen, denen es draußen zu kalt wurde, mit dem Sonnenuntergang fiel auch das Thermometer auf minus 2 Grad runter, hatten die Möglichkeit in den Feuerwehr-Unterrichtsraum zu gehen.
Die fleißeigenen Helfer (eine buntgemischte Gruppe aus Eltern und Dorfbewohnern), die sie mit ins Faschingsboot holten, sorgten für den Auf- und Abbau, für die gebackenen Eier, für die Erleuchtung und die Musik am Pavillon, für das Eierback-Gestell, für die Feuertonnen, Holz und noch viele kleine Beiträge mehr, die für gesellige Dorfgemeinschaft da waren, während die Jugendlichen um die Häuser zogen.
„Wir danken Euch. Jeder weiß wofür. Es wäre zu viel, jetzt alle einzeln beim Namen zu nennen. Aber wir hoffen, dass sich diejenigen in unserem Dankestext wiederfinden und nächstes Jahr wieder mit dabei sind. Einfach noch mal ein riesengroßes DANKESCHÖN!“ – das Fazit der Strohbären und Hexen.
Hexen: Dorothee Ludwig, Lena Wiegand, Sarah Weber, Leonie Kleinschmidt, Emma Wiegand, Fiona Greb, Jasmin Ludwig, Annika Kauck, Maria Hofmann
Strohbär: Niklas Weber
Strohbär-Führer: Jannis Brand, Luis Hofmann
Gefolge: Paul Greb, Matti Brand, Jörn Hofmann, Lukas Kauck, Lauri Greb, Felix Schadt, Rene Deschamps, Robin Göltner, Eric Klitsch, Luca Kleinschmidt




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