„Unser Landschaftsbild wird sich gravierend verändern. Wir werden Birstein in seiner naturbelassenen Schönheit so nicht wiederfinden“, so Kauck. Sicher müsse man dem Klimawandel etwas entgegensetzen und jede Kommune sollte hierzu einen Beitrag leisten. Doch die Gemeinde Birstein werde mit den beiden neuen Windparks überproportional belastet und leiste damit einen weitaus größeren Beitrag zur Klimawende als andere Kommunen in Hessen.
Aufräumen möchte Kauck auch mit der Mär des Bürgermeisters, dass die Gemeinde mit der Windkraft ihre Einnahmensituation zum Wohl der Bürger deutlich verbessere: "Lediglich die Pachteinnahmen von fünf Windanlagen auf Grundstücken der Gemeinde Birstein selbst, gelten als sicher. Bei dem Zuschuss für die Gemeinde von 0,2 Cent je eingespeiste Kilowattstunde handelt es sich um kein erwirtschaftetes Geld. Hier werden lediglich Steuergelder der Bürger vom Bund an die Kommunen weitergeleitet. Es werden also Steuergelder von der linken in die rechte Tasche gegeben. Oder noch deutlicher: Der Bürger zahlt nicht nur den Strompreis, sondern finanziert über seine Steuern den Windpark. Auch die viel erwähnten Gewerbesteuerzahlungen der Betreiberfirmen sieht Kauck nicht kommen. Mir ist kein Windpark bekannt, der in den ersten Jahren Gewinne eingefahren hat und somit Gewerbesteuerzahlungen auslöste“, so Kauck.
Einzige Gewinner seien die Betreiberfirmen. Besonders ärgert Kauck in diesem Zusammenhang aber, dass weder die Betreiber noch der Bürgermeister ein Interesse daran haben, die Bürger vor Ort an der Windkraft partizipieren zu lassen. Dies wäre mit der Errichtung eines zentralen Stromspeichers möglich. Strom aus Windenergie, der wegen Überlast an der Strombörse nicht angenommen werde, könnte hier gespeichert und den Bürgern wie auch Unternehmen vor Ort verbilligt zur Verfügung gestellt werden. Ein entsprechender Antrag wurde bereits in die Gemeindevertretung eingebracht. Die Betreiber alleine werden einen solchen Vorstoß nicht unternehmen, so Kauck, diese bekämen nämlich eine staatliche Entschädigung für die Zeit, in denen ihre Windräder wegen Überlast stillgestellt werden. Es sei daher an den politischen Verantwortlichen in der Gemeinde Birstein, hier für eine Teilhabe der Bürger an der Windenergie und somit für deren Akzeptanz zu sorgen, so Kauck abschließend mit Blick in Richtung Bürgermeister.
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