Wohnmobil-Stellplätze in Eigeninitiative geschaffen

Birstein

Mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge stehen die beiden Birsteiner Gemeindevertreter Dieter Mai (SPD) und Carsten Kauck (FBG) auf dem Grundstück von Robert Dahmer vor vier Wohnmobilen.

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Dahmer, der ehemalige Gemeindevertreter, hat auf seinem Grundstück in Illnhausen sechs Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen eingerichtet.

Mai und Kauck freuen sich über diese private Initiative von Dahmer. „Er war es auch, der das Thema Stellplätze in die Gemeindevertretung trug“, so Mai und Kauck. Groß war die Enttäuschung der Beiden als sich die Gemeindevertretung in der  Augustsitzung erneut auf keinen Ort einigen konnten, an dem die Gemeinde Birstein eigene öffentliche Stellplätze errichtet. Der Gemeindevorstand war eigens durch die Gemeindevertretung beauftragt worden, nach entsprechenden Stellplatzmöglichkeiten zu suchen. Entsprechende Ergebnisse wurden dann auch in der Augustsitzung vorgelegt. Bürgermeister Gottlieb hatte  eigens ein Fachbüro mit der Stellplatzsuche beauftragt. Dieses Fachbüro favorisierte Stellplätze in Obersotzbach, Birstein (Schwimmbad), Fischborn und Illnhausen. Ausschlaggebend für die Stellplatzwahl waren hierbei Erreichbarkeit von Birstein und des Radweges. Und „der Effekt für Birstein“. Dabei wurde vom Fachmann wohl übersehen, dass auch die Ortsteile „Birstein“ sind.

Bereits in den entsprechenden Ausschusssitzungen mussten Mai und Kauck feststellen, dass die vom Fachbüro vorgeschlagen Stellplätze nicht die Zustimmung der Vertreter fanden. Auffällig hierbei war, dass von den Kritikern keine wirklichen sachlichen Gründe gegen die Vorschläge des Fachmannes vorgetragen wurden. Vielmehr war erneut Kirchturmdenken  oberster Gesichtspunkt bei den Beratungen. Ein Gros der Gemeindevertreter lehnte die Vorlage wohl alleine schon deshalb ab, weil die Wahl für die Errichtung der Stellplätze nicht auf die Kerngemeinde Birstein fiel. Die Angelegenheit ist nunmehr wieder um ein Jahr vertagt. Mit der Begründung hinter dem neuen REWE-Markt direkt in Birstein würde ein für Stellplätze geeignetes Areal entstehen. Für Mai und Kauck zieht das Argument REWE und Schwimmbad nicht. „Dies,“ so bestätigt auch Robert Dahmer „sind keine Kriterien, nach denen ein Camper seinen Stellplatz auswählt.“  Diese Kriterien spielten auch bei der Entscheidungsfindung des Expertenbüros keine Rolle. Wer Tourismus will, sollte aber gerade den Empfehlungen der Experten folgen. Auch wenn die Empfehlung gegen die Kerngemeinde ausfällt, so Mai und Kauck.

Es falle kein gutes Licht auf das Gemeindeparlament, wenn wegen der Interessen einzelner Ortsteile und deren Gemeindevertreter Chancen für den Tourismuszweig in Birstein zu vergeben werden und es nur einer privaten Initiative zu verdanken ist, dass an jenen, von Experten vorgeschlagenen, Orten entsprechende Stellplätze für Wohnmobile geschaffen wurden und der Tourismus keinen Schaden nimmt.

Mai und Kauck beglückwünschen Dahmer für den Mut in Eigeninitiative einige Stellplätze zu schaffen. Dahmer habe damit den Gemeindevertretern Luft verschafft über ihr ernsthaftes Wollen von Stellplätzen in der Gemeinde nachzudenken, ohne dass der Tourismus Schaden nimmt. Dass Dahmer mit seinem Angebot der Nachfrage gerecht wird, davon konnten sich Mai und Kauck am Ende des Treffens noch erfahren, als nämlich ein aus Ravensburg kommender Camper einen Stellplatz bei Dahmer anmieten wollte.


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