Der parteilose Bürgermeisterkandidat Enrico Gerhardt will Birstein zu einem attraktiveren Wirtschaftsstandort machen.
In seinem Wahlprogramm setzt der noch 32-Jährige auf einen mutigen Schritt: Die Senkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes von derzeit 365 % auf 329 % ab 2029. Damit wäre Birstein die Gemeinde mit dem niedrigsten Hebesatz in ganz Hessen.
„Wir haben in Birstein ein strukturelles Haushaltsdefizit. Immer nur zu sparen reicht nicht – wir brauchen neue Ideen, die unsere Einnahmen nachhaltig stärken. Mit 329 % senden wir ein klares Signal: Unternehmen sind bei uns willkommen“, erklärt Gerhardt. „Jetzt beschließen und 2029 einführen! Bis 2029 haben wir genug Zeit passende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, damit im besten Falle überhaupt kein Defizit stattfinden wird und Firmen genug Zeit haben erforderliche Objekte zu bauen.“
Was bedeutet das konkret? "Aktuell erwirtschaften die Birsteiner Unternehmen zusammen einen Gewerbeertrag von rund 20 Millionen Euro. Daraus fließen etwa 2,6 Millionen Euro Gewerbesteuer in die Gemeindekasse. Mit einem Hebesatz von 329 % wären es zwar zunächst rund 256.000 Euro weniger" – doch Gerhardt ist überzeugt: „Schon ein einziges mittelgroßes Unternehmen könnte diese Lücke füllen. Ab dann macht die Gemeinde Plus.“
Gerhardt betont, dass seine Idee nicht nur für Unternehmen gedacht ist: „Mehr Firmen bedeuten mehr Arbeitsplätze, mehr Einwohner, wodurch auch wieder mehr anteilige Einkommenssteuer in die Gemeindekasse fließt – und am Ende mehr Einnahmen für Straßen, Kitas und Vereine. Das stärkt uns alle.“ Das geplante Gewerbegebiet „Im obersten Grünnel“ sieht Gerhardt als Schlüsselprojekt: „Hier können wir Unternehmen ansiedeln, die wir mit dem günstigsten Hebesatz Hessens direkt ansprechen.“
Gerhardt weiter: „Ein Rechenzentrum bringt im Vergleich wenig Gewerbesteuereinnahmen in die Kassen und vor allem wenige Arbeitsplätze. Das Grundstück an der B276 ist meiner Meinung nach eine Verschwendung für ein Rechenzentrum. Ich will nicht nur verwalten, sondern gestalten“, so Gerhardt. „Die Senkung auf 329 % ist ein mutiger Schritt – aber genau diesen Mut braucht Birstein, um wieder Zukunftsperspektiven zu gewinnen.“
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