Letzter Workshop zur Erstellung des Sotzbacher Mundartbuches

Birstein

Ein bisschen Lampenfieber hatten die Sprecher/-innen, als sie sich am vergangenen Freitag zu den Tonaufnahmen in der Alten Schule in Obersotzbach trafen.

Thermo Sun
Stadt Schlüchtern

Der Förderverein 700 Jahre Sotzbach e.V. hatte zum letzten und außergewöhnlichsten Workshop zur Erstellung des Sotzbacher Mundartbuches eingeladen. Zum Thema: Hör und „babbel“ – Sotzbacher Dialekt zu Themen von gestern und heute“ verwandelte sich das Sitzungszimmer zum Tonstudio. Die Schülerinnen und Schüler der August-Bebel-Schule Offenbach hatten im Rahmen ihres eigenen Schul-Projektes alles technisch perfekt vorbereitet und warteten gespannt auf die Ober- und Untersotzbacher, die ihr „Sotzbacher Platt“ zum Besten geben sollten. Die Sprecher und Sprecherinnen hatten ihr Skript vorab zusammen ausgearbeitet. Die Themen dazu stammten größtenteils aus den Mundartnachmittagen des vergangenen Winters.

Diesmal war es den Organisatoren gelungen einen Mix aus verschiedenen Altersgruppen ans Mikrofon zu holen, somit hatte auch die Oma zusammen mit dem Enkel eine Aufgabe zu erfüllen. Abwechslungsreiche Aufnahmen sind entstanden - kurze Vorträge, Gedichte, Erinnerungen, Dialoge, alles fand seinen Platz. Den Schülern wurde es nicht langweilig, sie waren für die Aufnahmen allein verantwortlich und führten diese konzentriert und professionell durch. Ihre Fachlehrerin, Frau Smietana-Schuster, war mit ihrer Schülergruppe zufrieden und auch die beiden Initiatorinnen Corinna Dietz und Anja Polzer beeindruckte die Fachkenntnis der Gruppe und der Mut ihres Sprecher-Teams, denn nach der Aufforderung: „Achtung, 1-2-3 – Aufnahme“ durfte keinem „die Worte im Hals stecken bleiben“. Verschont wurden die beiden letztendlich auch nicht und mussten sich zum Ende des Workshops einem Interview der Schüler und der Aufnahme stellen.

Trotz aller Anspannung wurde viel gelacht und man war sich einig, dass dieser Workshop zum Finale eine spannende Erfahrung für alle Beteiligten war, die man nicht so schnell vergisst. Auch die Schüler lernten nebenbei das damalige typische Dorfleben anhand der Erzählungen und Fotoaufnahmen kennen und tauschten sich angeregt mit der älteren Generation aus, denn von Milchbänken und einer Kartoffeldämpfmaschine hatten sie bisher noch nichts gehört. Die Tonaufnahmen werden in kommenden Wochen von den Schülern bearbeitetet, geschnitten und für das Mundartbuch zur Verfügung gestellt. Der Förderverein bedankt sich besonders bei der August-Bebel-Schule, Offenbach, allen Teilnehmern, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e.V. und den LandKulturPerlen für die Förderung. Das Mundartbuch soll rechtzeitig zum Jubiläum (30.04 bis 03.05.2026) zum Kauf zur Verfügung stehen, dort kann man die Aufnahmen über einen Barcode abrufen. Infos unter www.sotzbach.de.

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