Rechenzentrum: Entscheidungsgrundlagen müssen belastbar sein

Birstein

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion, um die mögliche Ansiedlung eines Rechenzentrums in Birstein hat die Wählergruppierung "Gemeinschaft für Birstein" (GfB) den fachlichen Austausch mit einer Kommune gesucht, die sich bereits intensiv mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt hat.

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Am Mittwochabend, 11. März 2026, trafen sich Mitglieder des GfB-Vorstandes in Groß-Gerau zu einem Gespräch mit Bürgermeister Jörg Rüddenklau (SPD). An dem Termin nahmen seitens der GfB Sina Pick, Jürgen Matthes, Michael Volz und Andreas Winter teil. 

"Ziel des Austauschs war es, Einblick in die Erfahrungen der Kreisstadt zu gewinnen, die sich in den vergangenen Monaten intensiv und strukturiert mit der möglichen Ansiedlung eines Rechenzentrums beschäftigt hat. Bürgermeister Rüddenklau führte eine Reihe gewichtiger Argumente an, die letztlich zur Ablehnung führten. Dazu zählten unter anderem die starke Helligkeit durch Flutlichtanlagen, ein in Schulnähe dauerhaft wahrnehmbarer Geräuschpegel – vergleichbar mit dem Summen eines Kühlschranks –, sowie Bedenken hinsichtlich der kritischen Infrastruktur. Darüber hinaus verwies er auf einen prognostizierten Wärmeanstieg von 0,3 Grad, ausbleibende Gewerbesteuereinnahmen und die fehlende Möglichkeit, die entstehende Abwärme sinnvoll zu nutzen. Auch der geringe lokale Beschäftigungseffekt – lediglich rund 150 Arbeitsplätze bei einer Sicherheitsfirma im Rhein-Main-Gebiet –, ein erwarteter Wertverlust von Immobilien um etwa zehn Prozent sowie mögliche sogenannte Ewigkeitskosten wurden angeführt. Ergänzend kamen grundsätzliche Zweifel an der Standortwahl und die enorme Höhe des geplanten Gebäudes hinzu", berichtet die Wählergemeinschaft.

Auf Groß-Gerau war die GfB aufmerksam geworden, weil dort vor einer politischen Grundsatzentscheidung eine umfassende Analyse erstellt worden war: "Die 22-seitige Studie „GG 2035 – Ansiedelung Rechenzentrum – Zusammenfassung für Entscheider – Abwägende Prüfung als Entscheidungsgrundlage über das Ansiedelungsansinnen eines Rechenzentrums“ diente Magistrat und Stadtverordnetenversammlung als strukturierte Grundlage für ihre Beratungen. Die Untersuchung beleuchtet eine Vielzahl von Aspekten, die bei der Bewertung eines solchen Großprojekts von zentraler Bedeutung sind. Dazu zählen unter anderem wirtschaftliche Effekte, kommunale Finanzwirkungen, Arbeitsmarkt- und Wertschöpfungspotenziale, Entwicklungen im Rechenzentrumsmarkt sowie Fragen des Standortwettbewerbs. Darüber hinaus werden infrastrukturelle und raumplanerische Themen wie Logistik, Verkehrsanbindung und städtebauliche Integration ebenso behandelt wie ökologische und umweltbezogene Faktoren – etwa Klimaauswirkungen, Immissionen und Emissionen, Wasserhaushalt, Naturschutz, Biodiversität oder mögliche Altlasten. Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse liegt auf gesellschaftlichen und sicherheitsrelevanten Fragestellungen, darunter die Einordnung von Rechenzentren als Bestandteil kritischer Infrastruktur sowie Aspekte der stadtgesellschaftlichen Meinungsbildung und Akzeptanz." Nach Einschätzung der GfB sind viele der dort untersuchten Themenfelder auch für die Diskussion in Birstein von unmittelbarer Relevanz.

"In Groß-Gerau wurde die Studie ausdrücklich vor der politischen Entscheidung erstellt und diente als umfassende Abwägungs- und Orientierungsgrundlage für die kommunalen Gremien. Genau eine solche fundierte, systematische und transparente Entscheidungsbasis erwartet die GfB auch für Birstein. Angesichts der erheblichen städtebaulichen, infrastrukturellen, ökologischen und gesellschaftlichen Tragweite eines möglichen Rechenzentrums sei es aus Sicht der GfB unerlässlich, sämtliche relevanten Auswirkungen frühzeitig, unabhängig und nachvollziehbar zu prüfen. Die Vertreter der GfB dankten Bürgermeister Jörg Rüddenklau für den offenen und sachlichen Austausch sowie für die Möglichkeit, die Studie gemeinsam im Detail zu erörtern. Deutlich geworden sei dabei, dass in Groß-Gerau auf Grundlage einer breiten fachlichen Bewertung eine verantwortungsvolle kommunalpolitische Entscheidung getroffen wurde – eine Entscheidung, bei der letztlich vom Bau eines Rechenzentrums Abstand genommen wurde", heißt es abschließend in der Pressemitteilung.


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