Vater zahlt zwei Jahre lang nicht für seinen Sohn

Brachttal
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Zwei Jahre lang hat sich ein Vater darum gedrückt, für seinen in Brachttal lebenden Sohn Unterhalt zu bezahlen.

Angeblich reichten seine finanziellen Mittel nicht aus, um zumindest einen kleinen Betrag zu überweisen. Deshalb sprang die Unterhaltsvorschusskasse des Jugendamtes des Main-Kinzig-Kreises ein. Nach einem Beschluss des Amtsgerichts Gelnhausen muss jetzt aber auch der 36 Jahre alte Vater aus Kefenrod zumindest einen Teil begleichen.

225 Euro müsste er eigentlich monatlich für seinen im Jahr 2012 geborenen Sohn bezahlen, seit dem 1. Januar 2017 kam aber kein Cent mehr an. Die Staatsanwaltschaft Hanau zeigte sich bei ihrer Anklage noch großzügig und kalkulierte nur mit einem Fehlbetrag von circa 1900 Euro. Gerechnet wurde die Differenz zwischen den Sozialleistungen, die der Angeklagte bezieht, und seinem Selbstbehalt in Höhe von 800 Euro.

Hätte er nur 10 oder 20 Euro monatlich an seine Ex-Frau überwiesen, wäre ihm dieses Gerichtsverfahren vermutlich erspart blieben. Doch auch zu Verhandlungsbeginn suchte er gemeinsam mit seinem Verteidiger noch nach Ausflüchten. Erst nach der Ankündigung eines weiteren Verhandlungstermins mit der Vernehmung von Zeugen und einem folgenden Rechtsgespräch im Richterzimmer lenkte der 36-Jährige ein. Das Verfahren gegen ihn wurde mit der Auflage eingestellt, dass er ab sofort zumindest 50 Euro auf seine Rückstände beim Jugendamt bezahlt. Seine Zahlungen muss er dem Gericht vierteljährlich nachweisen, diese Verpflichtung gilt zunächst für die nächsten zwölf Monate. An seiner grundsätzlichen Unterhaltspflicht für seinen Sohn ändert dies allerdings nichts.

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