Internationale Woche gegen Rassismus

Brachttal
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Der Verein Industriekultur Steingut e.V., die AG Gedenken der Gemeinde Brachttal und das Brachtwerk setzen mit der Teilnahme an der internationalen Woche gegen Rassismus ein Zeichen für ein offenes und tolerantes Brachttal und einen offenen und toleranten Main Kinzig Kreis.

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Die Waechtersbacher Steingutfabrik hat sich in ihrer knapp zweihundertjährigen Geschichte immer wieder den Themen Integration, Zuwanderung und Wandel stellen müssen. Gastarbeiter, Sozialversicherungen, die Konfrontation eines kleinen Dorfes mit bis zu 900 Arbeitern und der Nationalsozialismus und jüdisches Leben sind erste Stichpunkte. Die Fabrik und die dort beschäftigten Menschen haben sich dabei unterschiedlich verhalten – von integrierend bis ausgrenzend.

Auf dieser historischen Basis setzen sich drei Veranstaltungen mit jüdischem Leben, jüdischer Kultur und dem Nationalsozialismus in Brachttal auseinander.

1. Ausstellung „Wenn ich dann noch hier bin…“ (jüdisches) Leben in Brachttal im Nationalsozialismus

Anhand historischer Fotografien und Dokumente zeichnet die Ausstellung das Leben in Brachttal und besonders in dem Dorf Hellstein während des Nationalsozialismus nach. Hellstein hatte eine jüdische Gemeinde, deren meisten Mitglieder unter dem NS-Regime ermordet wurden. Das Leben der Geschwister Johanna und Erich Grünebaum dokumentiert auf bewegende Weise die Willkür und Grausamkeit der Zeit: Erich Grünebaum hat das nationalsozialistische Regime in Chicago überlebt weil er nicht zu seiner Tante fliehen wollte. Seine Schwester Johanna ist dagegen in Auschwitz umgekommen.

Reproduktionen von Briefen der Eltern, Dokumenten und Fotografien rekonstruieren das Schicksal der Geschwister vor dem Hintergrund des idyllischen dörflichen Lebens in Hellstein. Beide werden so in ihrer Heimat erinnert, die ihnen als Kind selbstverständlich und vertraut war und in der si zu Fremden gemacht wurden.

Die Ausstellung ist zu folgenden Terminen geöffnet:

So, 15.03., 16.00 – 19.00 Uhr Vernissage
Do, 19.03., 15.00 – 18.00 Uhr
Fr, 20.03., 15.00 – 18.00 Uhr, anschließend 18.00 Uhr Kino „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“
Sa, 21.03., 15.00 – 19.00 Uhr
Mi, 25.03., 15.00 – 18.00 Uhr
Fr, 27.03., 15.00 – 18.00 Uhr
So, 29.03. 14.00 – 18.00 Uhr Finissage, 16.00 Uhr Klezmer-Konzert

2. Fabrik-Kino „Als Hitler das Rosa Kaninchen stahl.“

Im Dezember 2019 lief der Film „Als Hitler das Rosa Kaninchen stahl“ in den deutschen Kinos an. Anna ist 1933 in Berlin neun Jahre alt, als sie mit ihrem Vater, einem jüdischen Journalisten, nach Zürich fliehen muss um den Nazis zu entkommen. Dabei muss sie alles zurücklassen, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen. Der Film thematisiert nicht nur die NS-Zeit und den Holocaust, sondern vor allem auch Flucht, Vertreibung und Heimatlosigkeit: „Themen, die heute mehr denn je zu zentralen Themen unserer Gesellschaft geworden sind.“ (Deutsche Film- und Medienbewertung) und hat zahlreiche Preise gewonnen.

Fr, 20.03., 18.00 Uhr Kino „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, Eintritt 8,-- €

3. Klezmer-Konzert

Das Klezmer Freilach Ensemble Bad Orb hat bereits überregional Bekanntheit erlangt. Mit virtuosen, der menschlichen Stimme ähnelnden Klängen und Tonverläufen spricht Elmar Egolds Klarinettenspiel große, aber auch leise Gefühle an.
Die Wurzeln der Klezmer-Musik sind traditionelle Volksmusik Osteuropas verschmolzen mit dem typischen Klang jiddischer Lieder. Hinzu kommen vielfältige Einflüsse aus Nordamerika, wie Gospel, Blues und Jazz. Diese ausgelassene, meist sehr fröhliche Musik wurde oft an Festen wie Hochzeiten und Feiertagen gespielt. Sie erweitert das Spektrum der Ausstellung nach Osteuropa und um fremde und vertraute Klänge.

So, 29.03. 16.00 Uhr Klezmer-Konzert, Eintritt 15,--€

Vorverkauf Konzertkarten und Kinokarten unter www.brachtwerk.net

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